Jamaika Polizei nimmt Drogenboss "Dudus" Coke fest

Die wochenlange Jagd ist beendet: In Jamaika hat die Polizei den berüchtigten Drogenboss "Dudus" Coke festgenommen. Die USA fordern seine Auslieferung. Bei der Suche nach Coke war es in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston zu blutigen Straßenschlachten gekommen - mehr als 70 Menschen starben.


Kingston - Der in Jamaika fieberhaft gesuchte Drogenboss Christopher "Dudus" Coke ist gefasst. Nach übereinstimmenden jamaikanischen Medienberichten ergab er sich in Begleitung eines Geistlichen der Polizei. Allerdings sind die genauen Umständen unklar. Der Pastor sagte einem Radiosender in Jamaika, er und Coke hätten sich auf dem Weg in die US-Botschaft befunden, als sie von einer jamaikanischen Polizeieinheit gestoppt worden seien.

Bei einer Pressekonferenz bestätigte ein Polizeisprecher die Festnahme Cokes. Er forderte dessen Freunde und Familie auf, Ruhe zu bewahren. Der Gefangene sei an einen sicheren Ort gebracht worden und solle schnellstmöglich einem Richter vorgeführt werden.

Die USA wollen Coke den Prozess machen und fordern dessen Auslieferung.

Anfang Juni war bereits der Bruder Cokes festgenommen worden. Leighton "Livity" Coke stellte sich der Polizei. Auch er stand auf der Liste der Meistgesuchten. Auch Cokes Vater, Jim Brown, war Boss einer Drogenbande und kam 1992 bei einem Gefängnisbrand ums Leben, als er auf seine Auslieferung in die USA wartete.

Bei der Jagd auf Coke war es im Mai zu blutigen Straßenkämpfen gekommen, bei denen auch unbescholtene Bürger ums Leben kamen. Bei Schießereien zwischen Gangsterbanden und Sicherheitskräften in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston starben mehr als 70 Menschen. Coke hatte sich während der Unruhen mit seinen Bandenmitgliedern in dem Stadtviertel Tivoli Gardens verschanzt.

"Dudus" wird in den Vereinigten Staaten auch Drogen- und Waffenhandel vorgeworfen. Für seine Ergreifung war kürzlich eine Belohnung von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt worden. Das US-Justizministerium bezeichnete Coke als einen der "weltweit gefährlichsten" Drogenbarone.

Coke soll seit 1990 einen international agierenden Drogenring namens "The Shower Posse" anführen, der laut US-Ermittlern Marihuana und Crack vor allem in den Großraum New York liefert. Im August war er in den Vereinigten Staaten angeklagt worden. Im Falle einer Auslieferung und Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

anr/dpa/AFP/apn



insgesamt 3 Beiträge
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Weltkind19 23.06.2010
1. Könnte man ändern...
Man könnte solchen Leuten das Geldverdienen wirklich sehr erschweren, es würde sich nicht mehr lohnen, wenn man weiche "Drogen" - ja absichtlich in Anführungsstrichen! - legalisieren würde. Anbau genauso wie Verkauf. Waffen töten und sollten illegal bleiben. Crack ist auch nicht gesund und tötet etwas langsamer. Marihuana ist nicht so gefährlich, macht nicht so schnell abhängig wie Alkohol, und würde einigen ruinösen Regierungen Geld in die Staatskasse spülen... An diese Diskussion traut sich nur niemand! Vielleicht beim nächsten Urnengang?!
Cool Runnings 23.06.2010
2. History repeating...
Es können Wetten abgeschlossen werden, ob der Bruder es mit heiler Haut in die USA schafft.
irgendwer_bln 23.06.2010
3. more informations
Zitat von sysopDie wochenlange Jagd ist beendet: In Jamaika hat die Polizei den berüchtigten Drogenboss "Dudus" Coke festgenommen. Die USA fordern seine Auslieferung. Bei der Suche nach Coke war es in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston zu blutigen Straßenschlachten gekommen - mehr als 70 Menschen starben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,702277,00.html
Da erahnt man die Fahndungsmethoden der örtlichen Sicherheitsykräfte. Sein Bruder stellte sich (damals), Dudus stellte sich, 70 Menschen kamen um. Die Hintergründe der "Straßenschlachten" und der Zusammenhang mit der Selbstauslieferung hätte hier ein paar offene Fragen beantwortet, liebes SPON-Team... Dudus stellte sich doch, genau wie sein Bruder.
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