Telefonat mit saudischem König Merkel fordert schnelle Aufklärung der Khashoggi-Affäre

Wer trägt Schuld am Tod von Jamal Khashoggi? Angela Merkel hat im Gespräch mit dem saudischen König verlangt, den Fall schnell aufzuklären. Auch den Krieg im Jemen sprach sie an.

Angela Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat von Saudi-Arabien eine umfassende Aufklärung der Todesumstände des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi gefordert. Der genaue Tathergang müsse aufgeklärt und alle Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Merkel nach Angaben der Bundesregierung in einem Telefonat mit dem saudischen König Salman.

Die Kanzlerin habe Saudi-Arabien aufgerufen, eine rasche, transparente und glaubhafte Aufklärung sicherzustellen, teilte das Bundespresseamt mit. Im Lichte der laufenden Entwicklungen des Falles stehe Deutschland bereit, zusammen mit internationalen Partnern "angemessene Maßnahmen" zu ergreifen, erklärte Merkel ohne nähere Erläuterung weiter.

Die Bundesregierung hat bereits einen vorübergehenden Genehmigungsstopp für Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien verkündet. Bereits genehmigte Exporte werden überprüft.

Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien erstmals erklärt, der Journalist sei im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul Anfang Oktober vorsätzlich getötet worden. Nach anfänglichem Dementi hatte das Königshaus bislang die Version verbreitet, Khashoggi sei bei einer Auseinandersetzung nach einem außer Kontrolle geratenen Verhör versehentlich getötet worden.

Nicht nur Merkel, auch Wladimir Putin hat mit dem König gesprochen. Der russische Präsident habe ihn über die Ermittlungen im Mordfall informiert. Salman habe Putin anschließend versichert, dass man entschlossen sei, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und zu bestrafen.

bam/Reuters



insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
draco2007 25.10.2018
1.
Wieso schnell, wäre gründlcih nicht besser? Was schnell heißt haben wir an Kavanaugh gesehen...
losfrailes27 25.10.2018
2. gut , Frau Merkel
das beruhigt mich.
brian75 25.10.2018
3. Schnell und rasch
Das sind Forderungen die man immer wieder hört. Es muss immer schnell gehen. Nur sind wir hier nicht bei einem Wettkampf. Es geht hier um ein Verbrechen. Ein Mensch ist tot. Gründlich. Das ist die Devise. Aber ich kann Frau Merkel gut verstehen. In ihrem Duktus bedeutet dies: lamentiert hier nicht rum. Macht irgendwas, damit alle glücklich sind und dann geht es wieder darum deutsche Arbeitsplätze zu sichern. Wie sich bei solchen Aussagen wohl die Angehörigen fühlen???
neanderspezi 25.10.2018
4. Khashoggis Kenntnisse über das Haus Saud waren wohl gravierend
Es gibt vermutlich kaum einen direkteren Draht, um den Hergang des Mords an Khashoggi zu erfahren, als sich an den Vater des Organisators der Untat zu wenden. So kommen dann sicher weitere grausame Details ans Tageslicht und können bei der weiteren Einschätzung notwendiger wirtschaftlicher Zusammenarbeit berücksichtigt werden. Man wird doch nicht den USA ausschließlich das lukrative Geschäft mit dem Hause Saud zukünftig überlassen wollen. Der moralischen Empörung muss natürlich ausreichend genüge getan werden, um anschließend wieder zur Normalität im Umgang mit SA zurückzukehren. Journalisten leben nun mal gefährlich und warum musste Khashoggi ausgerechnet in Istanbul seine Heiratspapiere im SA-Konsulat abholen, wo doch die Familie Saud mit ihm ein Hühnchen zu rupfen beabsichtigte und irgendwie über Khashoggis Besuch im Konsulat rechtzeitig und rein zufällig informiert war, anders hätten sie ja auch nicht eine Kohorte Kofferträger so unauffällig wie möglich in dieses Konsulat zur gegebenen Zeit schicken können.
neanderspezi 25.10.2018
5. Khashoggis Kenntnisse über das Haus Saud waren wohl gravierend
Es gibt vermutlich kaum einen direkteren Draht, um den Hergang des Mords an Khashoggi zu erfahren, als sich an den Vater des Organisators der Untat zu wenden. So kommen dann sicher weitere grausame Details ans Tageslicht und können bei der weiteren Einschätzung notwendiger wirtschaftlicher Zusammenarbeit berücksichtigt werden. Man wird doch nicht den USA ausschließlich das lukrative Geschäft mit dem Hause Saud zukünftig überlassen wollen. Der moralischen Empörung muss natürlich ausreichend genüge getan werden, um anschließend wieder zur Normalität im Umgang mit SA zurückzukehren. Journalisten leben nun mal gefährlich und warum musste Khashoggi ausgerechnet in Istanbul seine Heiratspapiere im SA-Konsulat abholen, wo doch die Familie Saud mit ihm ein Hühnchen zu rupfen beabsichtigte und irgendwie über Khashoggis Besuch im Konsulat rechtzeitig und rein zufällig informiert war, anders hätten sie ja auch nicht eine Kohorte Kofferträger so unauffällig wie möglich in dieses Konsulat zur gegebenen Zeit schicken können.
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