Verschwundener Journalist Bundesregierung äußert sich besorgt zu Fall Khashoggi

Die Bundesregierung hat Saudi-Arabien aufgefordert, das Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi rasch aufzuklären. Der Fall entwickelt sich zur Belastung für das Verhältnis zu Riad, das sich gerade wieder entspannt hatte.

Vermisster Journalist Jamal Khashoggi
DPA

Vermisster Journalist Jamal Khashoggi


"Wir erwarten, dass schnell und glaubwürdig Aufklärung geschaffen wird": Die Bundesregierung hat sich mit mahnenden Worten an Saudi-Arabien gewandt, im Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi bei der Aufklärung mitzuhelfen. Man sei "sehr besorgt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Wie nun bekannt wurde, hatte bereits am Montag Außenminister Heiko Maas den saudi-arabischen Botschafter kontaktiert und ihm seine Sorge übermittelt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA). Der Botschafter war nach den monatelangen Verstimmungen zwischen Saudi-Arabien und Deutschland erst vor Kurzem nach Berlin zurückgekehrt.

Der saudi-arabische Regierungskritiker Khashoggi, der in den USA lebte, wird seit einem Besuch des Landeskonsulats in Istanbul vermisst und soll Medienberichten zufolge dort ermordet worden sein. Riad bestreitet das. Unbestritten ist allerdings, dass Khashoggi am 2. Oktober das Konsulat betreten hatte, um Papiere für seine geplante Hochzeit mit einer Türkin abzuholen. Seither fehlt von ihm jede Spur.

Für das Auswärtige Amt kommt der Fall des verschwundenen Journalisten zur Unzeit. Maas hatte gerade erst wieder einen halbwegs belastbaren Draht nach Riad etabliert. Dafür allerdings musste er sich am Rande der Uno-Vollversammlung in New York für kritische Äußerungen seines Vorgängers Sigmar Gabriel entschuldigen, offiziell war etwas zurückhaltender von einer "Geste des Bedauerns" die Rede.

Als in der Folge der Saudi-arabische Botschafter nach Berlin zurückkehrte, wurden die Ermittlungen in Istanbul bekannt.

Eigentlich wollte Minister Maas schon in einigen Wochen selber nach Riad reisen, sein Amtskollege hatte ihn nach der Entschuldigung in New York auch förmlich eingeladen. Offiziell will das Amt derzeit nichts über den Stand der Reiseplanungen sagen.

mho/geb/dpa



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