Ermordeter US-Journalist Papst ruft Eltern von James Foley an

Papst Franziskus hat den Eltern des von Dschihadisten brutal ermordeten US-Reporters Foley am Telefon seine Anteilnahme ausgedrückt. Franziskus sei vom tiefen Glauben der Mutter beeindruckt gewesen, teilte der Vatikan mit.

Foleys Eltern John und Diane: Anruf vom Papst
AP

Foleys Eltern John und Diane: Anruf vom Papst


Rom - Papst Franziskus hat am Donnerstagabend die trauernden Eltern des im Irak von Dschihadisten enthaupteten US-Reporters James Foley angerufen und ihnen seine Anteilnahme ausgedrückt. Beeindruckt gewesen sei der Papst bei dem Gespräch von dem starken Glauben, den die katholische Mutter Foleys bewiesen habe, teilte der Vatikan am Freitag mit.

Franziskus sprach in Englisch und Spanisch auch mit dem Vater und einem weiteren Familienangehörigen. Alle hofften, dass solche tragischen Ereignisse sich nicht wiederholten. Auch der getötete Reporter war gläubig. Er hatte bei Jesuiten studiert. Der US-Journalist wurde von Kämpfern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) enthauptet.

Der Papst hatte zuvor bereits ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft gegen den IS gerechtfertigt. "Wenn es eine ungerechte Aggression gibt, kann ich nur sagen, dass es gerechtfertigt ist, den ungerechten Aggressor zu stoppen", sagte Franziskus. Allerdings dürfe nicht eine Nation im Alleingang entscheiden, wie zu reagieren sei. Im Irak sind neben der jesidischen Minderheit vor allem auch Christen im Norden des Landes bedroht.

Die Eltern Foleys hatten eine E-Mail von den Kidnappern ihres Sohnes veröffentlichen lassen, die sie offenbar eine Woche vor Veröffentlichung des grausamen Enthauptungs-Videos vom IS erhalten hatten.

Die amerikanische Nachrichtenseite "GlobalPost", für die Foley gearbeitet hatte, publizierte den vollen Text der E-Mail. "Wir haben euch mehrere Gelegenheiten gegeben, über die Freilassung eurer Leute durch Geldtransaktionen zu verhandeln, so wie andere Regierungen es akzeptiert haben", steht in dem Text. Gerichtet ist die Mail an die US-Regierung und die US-Bürger, die ihrer Führung "wie Schafe folgten".

Laut "Guardian" schickten die mutmaßlichen Entführer die Nachricht an Foleys Familie und kündigten darin an, den Journalisten als Vergeltung für die amerikanischen Luftschläge zu töten.

fab/dpa/Reuters

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