Japan Neuer Zwischenfall in Atomreaktor

In Japan ist erneut ein Leck in einem Atomreaktor aufgetreten. Erst vor einer Woche war es in einem anderen Kernkraftwerk zu einer Störung gekommen.


Tokio - Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf Behörden berichtete, mußten die Betreiber des Kernkraftwerks Genkai in der südjapanischen Provinz Saga am Vortag die Kraftwerksleistung um die Hälfte drosseln, nachdem offenbar Meerwasser aus einem Kondensator im Reaktor Nummer eins ausgetreten war. Bei dem Vorfall sei nach Behördenangaben keine Radioaktivität entwichen.

Erst vor einer Woche war es im zentraljapanischen Atomkraftwerk Tsuruga wegen eines Rohrrisses zu einem massiven Kühlwasserleck gekommen. Dabei war im Inneren des Reaktorgehäuses eine radioaktive Strahlung gemessen worden, die den zulässigen Höchstwert um das bis zu 11.500fache überschritten hatte. In die Atomsphäre sei jedoch angeblich keine Radioaktivität entwichen.

Auch bei dem Störfall vom Sonntag in Südjapan soll es sich um ein Leck in einem Rohr handeln. Es sei Teil eines Kondensators, über den Meerwasser zur Kühlung einer dampfbetriebenen Turbine zirkuliert. In demselben Kondensator sei im März 1997 schon einmal ein kleiner Riß entdeckt worden. Auch damals habe man die Leistung des Kraftwerks drosseln müssen, hieß es.

Bei dem neuen Vorfall hatte zuvor ein Warnhinweis Unregelmäßigkeiten angezeigt. Laut Betreiber benötige es mehrere Tage, um der Ursache für den Zwischenfall auf den Grund zu gehen. Nach einem kürzlichen Bericht der Zeitung "Asahi Shimbun" wurden in diesem Jahr bereits mehr leichte Zwischenfälle in japanischen Atomkraftwerken registriert als im Gesamtjahr 1998.



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