Blauer Klecks auf weißer Fahne Japan protestiert wegen koreanischer Olympia-Flagge

Nord- und Südkorea treten bei Olympia im Damen-Eishockey mit einem vereinten Team an - und einer gemeinsamen Flagge. Tokio protestiert - es sind Inselchen zu sehen, die Japan beansprucht.

Umstrittene gemeinsame Flagge Nord- und Südkoreas
YONHAP/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Umstrittene gemeinsame Flagge Nord- und Südkoreas


Ein jahrzehntelanger Konflikt zwischen Japan und Südkorea um eine abgelegene Inselgruppe hat auch bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang für Ärger gesorgt. Die Regierung in Tokio protestierte gegen das Hissen von Fahnen durch Südkorea, auf denen die von Japan Takeshima und von Südkorea Dokdo genannten Inseln zu sehen waren.

"Flagge der Vereinigung" im Eishockeyspiel gegen Schweden
Ch/ POOL/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

"Flagge der Vereinigung" im Eishockeyspiel gegen Schweden


Die sogenannte Flagge der Vereinigung, hinter der die Athleten aus Nord- und Südkorea bei der Eröffnungszeremonie ins Stadion von Pyeongchang laufen sollen, zeigt eine hellblaue Silhouette der Halbinsel auf weißem Grund - inklusive eines kleinen Punkts vor Südkoreas Südküste: Er stellt die von Japan und Südkorea beanspruchte Inselgruppe dar.

Ein Regierungssprecher in Tokio nannte den Vorgang am Montag "extrem bedauerlich". Japan könne dies nicht akzeptieren, die Inseln seien Japans Hoheitsgebiet. Beide Länder machen historische und geografische Gründe sowie internationales Recht geltend.

Die von Japan beanstandeten Fahnen waren beim ersten Spiel des vereinten koreanischen Frauen-Eishockeyteams gegen Schweden am Sonntag in Incheon zu sehen, wie japanische Medien berichteten. Nordkorea hatte vor zwei Wochen seine Teilnahme an den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang verkündet. Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele wird es ein gemeinsames Eishockey-Damenteam beider koreanischer Staaten geben.

Südkoreanische Marine vor Dokdo-Inselgruppe
AP

Südkoreanische Marine vor Dokdo-Inselgruppe

Bereits vor einem Monat war der jahrzehntealte Inselstreit wieder aufgeflammt, als die japanische Regierung in Tokio ein Museum zu der Inselgruppe eröffnen ließ. Dort werden Dokumente und Fotos gezeigt, die Japans Anspruch über die Inseln belegen sollen.

Es ist nicht der einzige Territorialstreit, den Japan mit seinen Nachbarländern führt. Mit Russland streitet sich Tokio um die südlichen Kurilen und mit China und Taiwan um die Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer. Zuletzt hatte Japan mit großer Empörung reagiert, als sich ein chinesisches U-Boot den Gewässern um die Senkaku-Inseln genähert hatte. Laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo wurde im Verteidigungsministerium vermutet, dass China mit der Entsendung des U-Boots die Fähigkeiten der japanischen Marine zu Patrouillen testen wollte.

Chinesisches U-Boot vor Senaku-Inseln
REUTERS/ Defense Ministry of Japan

Chinesisches U-Boot vor Senaku-Inseln

Bei allen drei Inselgruppen werden große Gasvorkommen vermutet. Und es geht um die reichen Fischgründe.

oka/AFP/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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tuedelich 05.02.2018
1. Bitte Olympiaden vom nationalistischen Pathos befreien
Och Mönsch - warum muss denn die Politik immer wieder den Sport als Prügelknaben hernehmen? Wie schön wäre es doch, wenn Sport Sport bliebe, ohne dass die Politik ihn für nationale Dinge instrumentalisierte. Dazu gehört aber auch z.B. der hier bei uns in D vollzogene Affentanz um die "Ehre", wer die deutsche Fahne tragen "darf". Eigentlich ist diese "Ehre" doch eine Strafe - vor allem bei Wind. Vorschlag: Hymnen und Fahnen werden, wenn sie denn unbedingt sein müssen, vereinheitlicht: Alle ziehen hinter eine weißen Fahne her, und als Hymne schlage ich für alle teilnehmenden Nationen vor: "Stairways to heaven" (Siegertreppchen) oder "Heute hau'n wir auf die Pauke" (für alle anderen) oder ähnliches. (Meinetwegen auch "Muss i' denn ...... zum Städele hinaus") ;-)
PeaceNow 05.02.2018
2. Bedauerliche Politisierung
eines eigentlich weltumspannenden sportlichen Großereignisses. Abgesehen sollten ausgerechnet die Japaner hier besonders den Ball flachhalten, denn neben China haben sie vor allem inden heutigen beiden Koreas Millionen Menschen teils brutalst und bestialisch massakriert und hunderttausende Koreanerrinnen in Militärbordelle verschleppt.
Korken 05.02.2018
3. Die Notwendigkeit, dies zu tun
Diese Streitigkeiten könnten sofort und ohne Probleme gelöst werden, wenn die betroffenen Länder eine Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs ICJ akzeptieren würden. Japan hat dies bei allen drei betroffenen Inseln angeregt und zugsagt, das Urteil zu respektieren. Es müssen hierzu aber beide Seiten zusagen, dass der Fall am ICJ behandelt wird. Leider will insbesondere Südkorea darauf nicht eingehen. Aus Sicht Südkoreas besteht keine Streitigkeit (sic). Kein Wunder, besetzt es ja die Inselgruppe. Die Argumente Südkoreas dürften sehr dünn sein, denn sonst würde man sich doch sofort auf eine fällige Lösung des Konflikts einlassen. Stattdessen werden diese Minifitzelchen an Inseln überall sehr groß herausgehoben, in der Werbung, beim Wetter etc., nur um die Sticheleien hochzuhalten. Lenkt hervorragend von der innenpolitischen Lage ab. Die immer wider gebrochenen Verträge zur Einigung bei den sogenannten "Trostfrauen" tun ein übriges. Hier muss man sagen, tut sich Japan in der Tat auch schwer, aber die dauernden Jas und Neins, auch schon zu geschlossenen Verträgen seitens Südkoreas, sind einer Demokratie, wenn auch jung, unwürdig. Das gleiche mit den Kurilen und Russland, Russland will nicht vors ICJ und China müsste, da die Senkakus von Japan kontrolliert werden, von sich aus vor ICJ gehen, tun sie aber nicht. Von daher ist der Schritt Japans, gegen diese Flagge vorzugehen, zu verstehen. Japan muss laut internationalen Regeln in regelmäßigen Abständen seinen Anspruch bestätigen, ansonsten könnte er verloren gehen. Wenn also wieder etwas neues aus Südkorea auftaucht, muss Japan schon aus eigenen Interesse, wenn auch erstmal ohne Folgen, intervenieren. Südkorea ist dies bekannt und weiss genau, dass man damit beim unwissenden Publikum in der Welt als arme unterdrückte punkten kann. Von daher muss man immer wieder dazu aufrufen: Leute, regelt diese drei Inselstreitigkeiten vor dem ICJ, Japan will es und wird das Urteil akzeptieren und damit wäre, nun ja, eine sehr einfache Möglichkeit verschwunden, sich als benachteiligte innenpolitisch ablenkend zu präsentieren, aber ebenso diese Sache endlich ein für allemal geregelt.
quacochicherichi 05.02.2018
4. Schön wärs
Zitat von tuedelichOch Mönsch - warum muss denn die Politik immer wieder den Sport als Prügelknaben hernehmen? Wie schön wäre es doch, wenn Sport Sport bliebe, ohne dass die Politik ihn für nationale Dinge instrumentalisierte. Dazu gehört aber auch z.B. der hier bei uns in D vollzogene Affentanz um die "Ehre", wer die deutsche Fahne tragen "darf". Eigentlich ist diese "Ehre" doch eine Strafe - vor allem bei Wind. Vorschlag: Hymnen und Fahnen werden, wenn sie denn unbedingt sein müssen, vereinheitlicht: Alle ziehen hinter eine weißen Fahne her, und als Hymne schlage ich für alle teilnehmenden Nationen vor: "Stairways to heaven" (Siegertreppchen) oder "Heute hau'n wir auf die Pauke" (für alle anderen) oder ähnliches. (Meinetwegen auch "Muss i' denn ...... zum Städele hinaus") ;-)
aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Nur einer der Gründe weshalb ich mir diese kommerziell-nationalistische, dopingverseuchte Veranstaltung nicht anschaue. Als Hymne zu ihrer Idee würde ich "Imagine" von John Lennon vorschlagen.
justus65 05.02.2018
5. Japan?! Was wäre hier los, wenn sich Deutschland so verhalten würde?
Japan sollte endlich mal Ruhe geben. Die heben eine Krieg angezettelt und verloren. Nur weil sie zwei spezielle Bomben abbekommen haben, ist es ihnen gelungen sich in der Welt als Opfer darzustellen.Japan war um keinen Deut besser als Nazideutschland. Zu den verharmlosend genannten "Trostfrauen", besser Zwangsprostituierte genannt, denen wird von japanischer Seite zwar immer etwas Geld angeboten, das wollen diese aber garn nicht. Die Frauen wollen, dass sich der Kaiser entschuldigt, schließlich hat der japanische Kaiser diesen Wahnsinn befohlen. Japan ignoriert diesen Krieg und seine Schuld. In den Schulen wird nichts über die japanische Schuld gelehrt und jüngere Japaner wundern sich, dass sie im Rest Asiens schlecht angesehen sind. was Japan hie betriebt ist so, als würde Deutschland Rechte an Namibia reklamieren. Letztes Jahr habe ich noch ein Interview mit einem japanischen Politiker gehört, in dem er Korea als Teil Japans bezeichnete. Was wäre hier los, wenn sich Deutschland derart verhalten würde?
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