Tokio - Die Fluggesellschaft Japan Airlines hat angekündigt, im Oktober zeitweise drei ihrer sieben täglichen Verbindungen nach China zu streichen. Betroffen sind Flüge von Tokio nach Peking und Shanghai sowie vom Flughafen Kansai bei Osaka nach Shanghai, wie die Online-Ausgabe der "Japan Times" berichtet.
Zwischen dem 10. und 27. Oktober werden demnach wöchentlich auf diesen drei Routen nur noch 28 statt 49 Einzelflüge angeboten. Grund für die Streichungen sei eine spürbar zurückgegangene Nachfrage, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Die Lage zwischen den beiden Ländern ist derzeit angespannt wegen des Konflikts um eine Inselgruppe, die von China, Taiwan und Japan beansprucht wird.
"Wir haben keine andere Wahl, wenn man das Verhältnis von Angebot und Nachfrage betrachtet", sagte ein Sprecher der Airline. Das Konkurrenzunternehmen All Nippon Airways teilte mit, zunächst keine Pläne für Änderungen des Angebots zu haben. Man beobachte aber die Situation, speziell in Bezug auf Sicherheitsbedenken.
Erstmals Demonstrationen in Tokio
In den vergangenen Tagen war es in China immer wieder zu antijapanischen Protesten gekommen. Wegen der angespannten Lage dürften viele Japaner ihre Reisepläne nach China geändert haben. Am Samstag fanden nun erstmals auch in Japan Demonstrationen gegen Peking statt. Rund 800 Menschen zogen in der Hauptstadt Tokio mit japanischen Fahnen in den Händen friedlich zu dem schicken Viertel Roppongi, das unweit der chinesischen Botschaft liegt, wie Reporter der Agentur AFP berichteten. Vor dem Hintergrund des Territorialstreits und der teils gewalttätigen Proteste gegen Japan kritisierten sie China als "brutalen und faschistischen Staat". Viele riefen: "Wir werden den militärischen Drohungen Chinas nicht nachgeben."
Hintergrund ist der Streit um eine unbewohnte Inselgruppe nördlich von Taiwan. Das in China als Diaoyu und in Japan als Senkaku bekannte Archipel ist von strategisch wichtiger Bedeutung, zudem werden unter dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Vier der fünf Inseln waren bislang in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die Ankündigung der japanischen Regierung, drei der Inseln zu kaufen, stieß in China auf Kritik und löste heftige Proteste aus.
Zehntausende Menschen demonstrierten in den vergangenen Tagen in China gegen Japan, viele zogen vor die dortige Botschaft, warfen Eier auf das Gebäude und riefen japanfeindliche Parolen.
Die Demonstrationen richteten sich auch gegen japanische Firmen; so waren die Autobauer Toyota, Nissan und Honda sowie die Konzerne Panasonic und Sony gezwungen, ihre Produktion teilweise oder ganz einzustellen. "Wir sind auch wütend, aber wir zerstören keine Geschäfte, so wie es in China passiert ist", sagte ein japanischer Demonstrant am Samstag.
sto/AFP
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