Äußerungen zur NS-Diktatur Japans Vizepremier nennt Hitlers Absichten "richtig"

Taro Aso hat aus der Vergangenheit nichts gelernt: Der japanische Finanzminister bezeichnete Adolf Hitlers Motive als richtig. Der Politiker war bereits zuvor mit einem ähnlichen Fehltritt aufgefallen.

Taro Aso
REUTERS/Lucy Nicholson/File Photo

Taro Aso


Japans Finanzminister Taro Aso hat mit Bemerkungen über Adolf Hitler Irritationen ausgelöst. Vor Mitgliedern der Parlamentsfraktion seiner Liberaldemokratischen Partei relativierte der Vizeministerpräsident die Verbrechen des nationalsozialistischen Diktators.

"Ich hinterfrage Ihre Motive nicht, warum Sie Politiker sind. Doch auf die Ergebnisse kommt es an", sagte Taro Aso laut Nachrichtenagentur Kyodo in Richtung der Politiker. "Hitler, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, war nicht gut, auch wenn seine Absichten richtig waren." Auf was genau er damit anspielte, ist offen.

Taro war bereits 2013 mit einem Lob der politischen Taktik der Nationalsozialisten aufgefallen. "Die deutsche Weimarer Verfassung wurde, ohne dass dies auffiel, durch die Verfassung Nazideutschlands ersetzt. Warum lernen wir nicht von ihrer Taktik?", hatte Aso über eine damals geplante Verfassungsänderung gesagt.

Über die jüngsten Bemerkungen Taro Asos äußerte die in den USA beheimatete jüdische Nichtregierungsorganisation Simon-Wiesenthal-Center "Schmerz und Enttäuschung". Taro drückte inzwischen sein Bedauern für die Äußerungen aus - und nannte sie unangemessen. Er habe nicht die Absicht gehabt, Hitler zu verteidigen.

Der Finanzminister ist nicht der erste Politiker, der dieses Jahr mit Äußerungen zum Naziregime irritiert. Ein führender japanischer Zentralbanker hatte bereits mit Anmerkungen zu Hitlers Wirtschaftspolitik für Empörung gesorgt. Die Notenbank entschuldigte sich später für die Aussagen.

apr/Reuters



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