Kushner-Kontroverse Trump-Regierung hält geheime Gesprächskanäle für normal

In der Russlandaffäre gerät Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner immer stärker unter Druck: Er soll einen geheimen Gesprächskanal nach Moskau sondiert haben. Die US-Regierung gibt sich unbeeindruckt.

Jared Kushner
REUTERS

Jared Kushner


Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater, General Herbert Raymond "H.R." McMaster, gehört zu den angeseheneren Mitgliedern der US-Regierung. Er gilt als glaubwürdig - und als Russland-Kritiker. Umso mehr dürfte seine Haltung zu möglichen geheimen Gesprächskanälen zum Kreml überraschen.

"Wir haben Gesprächskanäle zu einer ganzen Zahl von Staaten", sagte McMaster. "Das ermöglicht es uns, auf diskrete Art zu kommunizieren." Er würde sich auch über geheime Gesprächskanäle zur russischen Botschaft und zum Kreml "keine Sorgen" machen.

Hintergrund der Aussage ist die Rolle, die Trumps Berater und Schwiegersohn, Jared Kushner, in der Russlandaffäre gespielt haben könnte. Laut übereinstimmenden Berichten der "Washington Post" und der Nachrichtenagentur Reuters soll Kushner die Möglichkeit eines geheimen Gesprächskanals zum Kreml erwogen haben. Demnach führte Kushner im Dezember 2016, nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten, entsprechende Gespräche mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak.

Zwar wollten sich weder McMaster noch der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, noch Trumps Chefberater in Sachen Wirtschaft, Gary Cohn, direkt zu Kushner äußern. McMaster nahm jedoch generell zur Möglichkeit, einen geheimen Gesprächskanal mit Russland zu eröffnen, Stellung.

Kushner geriet zuletzt in der Russlandaffäre immer stärker unter Druck. Nach Berichten der "Washington Post" und des TV-Senders NBC steht er im Fokus des FBI. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass Kushner relevante Informationen habe.

asa



insgesamt 129 Beiträge
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Seite 1
Subco1979 27.05.2017
1. Natürlich
Natürlich sind geheime Gesprächskanäle normal. Waren sie schon immer. Das wissen auch wir Normalbürger. Auch unsere Regierung hat das schon mal erklärt, als das als "Skandal" hochgehoben wurde. Ist auch unshön und falsch, aber unter jeder Regierung Usus... - - Selbst wenn es viel an Donald T. und Konsorten zu kritisieren gibt, ist es diese Art von Berichterstattung, die der Presse einen schlechten Ruf einbringt. Zu recht und zum Glück. Denn es wäre tragisch, wenn wir alles gelesene und gesehen unreflektiert glauben würden.
soratenia 27.05.2017
2. Nachvollziehbar und völlig verständlich,
wenn man bedenkt, dass die NSA und wohl auch CIA und FBI keine Hemmungen haben, nun wirklich JEDEN und ALLE abzuhören. Wer weiß das besser als ein US-Präsident und seine Entourage.
cum infamia 27.05.2017
3. Druck ?
Haben die Klugen noch nichts von "Geheimdiplomatie" gehört ? Die gab es schon unter Ludwig IV. oder Metternich. Das Establihement schlägt bald seine letzte Schlacht und es fällt den Herrschaften bald nichts mehr ein. Gut so ! Das übertrifft ja bald noch den Russenhasser Mc Carthy !
zeichenkette 27.05.2017
4. Wetten
dass das jetzt wieder dieselben Leute total Ok finden, die sonst über alle und jede geheimen Gespräche laut zetern? Aber gemeinsame Sache mit Russland ist immer Ok, selbst wenn es Landesverrat wäre. Da gibt es immer auffallend viel Verständnis für.
Teile1977 27.05.2017
5. Illegal
Zitat von sorateniawenn man bedenkt, dass die NSA und wohl auch CIA und FBI keine Hemmungen haben, nun wirklich JEDEN und ALLE abzuhören. Wer weiß das besser als ein US-Präsident und seine Entourage.
Den Präsidenten abzuhören ist in den USA höchstgradig illegal und riskant. Die Kontakte kamen ja nur heraus weil die russische Botschaft abgehört wurde. Für schmutzige Absprachen bei denen die US Bevölkerung Nachteile, der Trumpclan aber Vorteile bekommt ist so ein diskreter Kanal natürlich Prima, was kann man da nicht alles für tolle Deals machen!
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