"New York Times" Jared Kushner trickste jahrelang bei der Einkommensteuer

Mit einem Steuertrick konnte Jared Kushner wohl Steuern in Millionenhöhe sparen. Nach Recherchen der "New York Times" soll auch US-Präsident Trump, der Schwiegervater Kushners, die Masche angewendet haben.

Jared Kushner
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Jared Kushner


Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bezahlte über Jahre hinweg offenbar so gut wie keine Einkommensteuer. Dies berichtet die "New York Times" und bezieht sich auf mehrere Dokumente, die der Zeitung vorliegen.

Demnach hat Kushner offenbar einen Steuertrick angewendet: Mit geliehenem Geld kaufte er Häuser und ließ danach fiktive Wertverluste dieser Immobilien auf sein Einkommen anrechnen. Obwohl Kushner kräftig verdiente, konnte er so seine Einnahmen gegenüber den Finanzbehörden dramatisch drücken.

Trumps Verluste von 916 Millionen Dollar

Allein im Jahr 2015 verdiente Kushner 1,7 Millionen US-Dollar, rechnen die Autoren der "New York Times" vor. Dem hätten auf dem Papier jedoch angebliche Verluste von 8,3 Millionen Dollar aus Kushners Investmentgeschäften gegenübergestanden.

Investoren hätten dabei einen großen Spielraum, welche Verluste sie den Finanzbehörden gegenüber geltend machten: So könnten deren Steuerberater Gutachten anfertigen, in denen sie den Wert der Immobilie zum Beispiel an Parkplätzen festmachten, die schneller abgeschrieben werden könnten.

Auch Donald Trump soll diese Tricks angewendet haben. Mitte der Neunzigerjahre ließ Trump den Recherchen zufolge Verluste in Höhe von 916 Millionen Dollar abschreiben, was ihm ermöglicht haben könnte, fast zwei Jahrzehnte lang keine Steuern zu zahlen.

Bereits zuvor hatte die "New York Times" prominent über Steuertricks von Trumps Familie berichtet. Der US-Präsident lehnt es entgegen bisheriger Gepflogenheiten bisher ab, seine Steuererklärungen offenzulegen.

Aus dem Umfeld von Kushner wollte sich niemand zu dem aktuellen Bericht äußern. Experten, die die Zeitung zitiert, halten das geschilderte Vorgehen für legal. "Wenn ich mein Leben noch mal leben würde, ich würde ins Immobiliengeschäft einsteigen", sagte der Business-Anwalt Jonathan Blattmachr. "Es ist fantastisch. Du bekommst Steuererleichterungen für Dinge, für die du nicht einmal bezahlen musst."

tin/lov

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