Javier Solana Früherer Nato-Chef darf nicht in USA einreisen

Er war Nato-Generalsekretär und EU-Außenbeauftragter - trotzdem kann Javier Solana nicht in die USA einreisen. Grund: mehrere Iran-Reisen und ein falsch ausgefülltes Formular.

Javier Solana
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Javier Solana


Einreise verweigert: Dem ehemaligen Nato-Generalsekretär Javier Solana ist wegen früherer Besuche in Iran die Einreise in die USA verwehrt worden. "Es ist eine etwas lächerliche Entscheidung", sagte Solana einem spanischen Fernsehsender. Solana hatte demnach ein Onlineformular für eine USA-Reise ausgefüllt und wurde abgelehnt.

2015 war er in Iran, um das inzwischen von den USA aufgekündigte Atomabkommen mitzuverhandeln. "Die Leute müssen weiterhin in die schwierigsten Länder reisen und Verhandlungen fortführen", kritisierte Solana die Entscheidung. Von 1995 bis 1999 war der Spanier Nato-Generalsekretär, im Anschluss bis 2009 EU-Außenbeauftragter.

EU-Bürger müssen für USA-Reisen bis zu drei Monaten lediglich ein Onlineformular ausfüllen, um einreisen zu können. Seit 2015 müssen sich allerdings diejenigen, die zuvor in Iran, im Irak, im Sudan, im Jemen oder in Syrien, Libyen und Somalia waren, in einem komplizierteren Prozess um ein Visum bewerben. Für Regierungsmitarbeiter gilt das zwar nicht - aber schon 2013 war Solana in keiner offiziellen Position mehr, als er an der Vereidigungsfeier des iranischen Präsidenten Hassan Rohani teilnahm.

Trotz der jetzigen Ablehnung will sich Solana weiter um eine US-Einreiseerlaubnis bemühen. "Ich muss hin, weil ich dort als Professor an mehreren Universitäten arbeite", sagte er.

dop/AFP



insgesamt 36 Beiträge
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homersimpson75 26.06.2018
1. Das ist falsch
Wer in den letzten Jahren im Iran war, kann nicht mehr mittels des im Artikel beschriebenen ESTA-Verfahrens in die USA einreisen. Das heißt aber nicht, daß er nicht mehr in die USA einreisen darf. Er muß nur ein Visum beantragen. Gilt für jeden, warum soll da ein ehemals prominenter Politiker ausgenommen sein?
David Dennison 26.06.2018
2. Es erscheint etwas ungewöhnlich ...
... dass der ehemalige NATO-Generalsekretär niemanden im Aussenministerium kennt, der das schnell umsetzen könnte. Für mich riecht das eher nach einer aufgeblasenen Anti-Trump Story!
hbb258 26.06.2018
3.
Die Schlagzeile sollte eigentlich lauten: ..darf nicht am Visa Waiver Programm teilnehmen. Das ist halt ein automatisches System, das natürlich relativ stumpf entscheidet. Dass er mit seinen vorherigen Reisen abgelehnt wird, das muss ihm als ehemaliger Diplomat natürlich bewusst gewesen sein. Er kennt sich doch aus. Jetzt muss er halt an die Botschaft und ein Visum holen, welches er selbstverständlich auch bekommt. Da er einen wichtigen Termin hatte und ehemaliger Diplomat ist, hätte er sogar direkt einen Notfalltermin am US-Konsulat bekommen. Die bieten das genau für solche Fälle an. Ganz nachvollziehen kann ich seine Aussagen daher nicht.
engelbachm 26.06.2018
4. nicht euer ernst
daraus einen Artikel zu machen....war in exakt der gleichen Lage und hatte eine Woche später völlig unkompliziert mein Visum.
dekorte 26.06.2018
5. Top News
Wer die Bestimmungen kennt weiß das, wo ist also das Problem. Wieso daraus eine Top News machen? Ah, jetzt versteh ich. Ok, dann mal so: typisch Trump, das hat nun davon, der orangene Despot, das wars mit dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, etc. etc.
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