Urteil bestätigt Jean-Marie Le Pen bleibt aus Front National ausgeschlossen

Ein Gericht hat den Ausschluss Jean-Marie Le Pens aus dem Front National bestätigt. Der Parteigründer reagierte aber mit Genugtuung, weil er Ehrenmitglied bleiben darf - zumindest vorerst.

Jean-Marie Le Pen
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Weil er die Gaskammern der Nazis verharmloste, bleibt Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen aus der Partei ausgeschlossen: Ein französisches Berufungsgericht in Versailles bei Paris bestätigte das Urteil aus erster Instanz. Den Ehrenvorsitz der rechtspopulistischen Partei kann der 89-Jährige demnach aber behalten.

Das Urteil ist eine weitere Episode im jahrelangen Rechtsstreit zwischen Le Pen und seiner Tochter Marine, die seit 2011 an der Spitze des Front National (FN) steht. Sie hatte ihn 2015 aus der Partei ausschließen lassen, nachdem er die Gaskammern wiederholt als "Detail" der Geschichte bezeichnet hatte und dafür mehrfach verurteilt worden war.

Marine Le Pen
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Zudem will Marine Le Pen ihrem Vater den Ehrenvorsitz nehmen. Grund sind die fortgesetzten Attacken ihres Vaters, der ihr einen "Verrat" an den Grundwerten der Front National vorwirft. Da sie vor Gericht nun endgültig damit gescheitert ist, soll nach ihren Plänen der FN-Parteitag im März in Lille beschließen, den Posten des Ehrenvorsitzenden ganz zu streichen.

Der Anwalt von Jean-Marie Le Pen sagte, dieser habe das Urteil mit "sehr großer Genugtuung" aufgenommen, da er den Ehrenvorsitz behalten könne. Das Gericht verurteilte die Front National zudem zu einer Schadensersatzzahlung von 25.000 Euro an Jean-Marie Le Pen, der die Partei 1972 im rechtsextremen Spektrum gegründet hatte und fast 40 Jahre an ihrer Spitze stand.

Jean-Marie Le Pen kündigte an, in jedem Fall an dem Parteitag am 10. und 11. März teilnehmen zu wollen. Notfalls werde er dies mit Hilfe der "öffentlichen Gewalt" tun. Die FN-Führung erklärte dagegen, als Nichtmitglied sei ihm die Teilnahme untersagt.

Marine Le Pen will Front National neu aufstellen

Zum Bruch zwischen Marine Le Pen und ihrem Vater war es gekommen, als sie dem Front National eine Strategie der "Entteufelung" verordnete, um ihn aus der rechtsextremen Ecke zu holen und für breitere Wählerschichten zu öffnen.

Diese Strategie ging auf: Bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Mai unterlag Marine Le Pen zwar Emmanuel Macron. Sie holte aber mehr als 10,6 Millionen Stimmen für den Front National, so viele wie noch nie.

Allerdings führte die Wahlniederlage auch zu schweren Zerwürfnissen innerhalb der Partei. Marine Le Pens Chefstratege Florian Philippot verließ den Front National und will am 18. Februar mit Les Patriotes (Die Patrioten) eine Gegenformation gründen.

Auf dem Parteitag in Nordfrankreich will Marine Le Pen die Rechtspopulisten inhaltlich neu aufstellen und sich wiederwählen lassen. Auch ein neuer Name ist im Gespräch.

aev/AFP



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