Internationaler Strafgerichtshof Kongos Ex-Vizepräsident Bemba wegen Kriegsverbrechen verurteilt

Mord, Vergewaltigung, Plünderung: Der Internationale Strafgerichtshof hat den Ex-Vizepräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Bemba, wegen Kriegsverbrechen für schuldig befunden.

Jean-Pierre Bemba
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Jean-Pierre Bemba


Der ehemalige Vizepräsident der Demokratischen Republik Kongo, Jean-Pierre Bemba, ist vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) der Kriegsverbrechen schuldig gesprochen worden. Das Gericht in Den Haag verkündete das Urteil am Montag. Zugleich wurde Bemba wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig befunden. Das Strafmaß soll erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

Bemba befehligte die Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC). Soldaten sollen unter seiner Anordnung 2002 und 2003 in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik zahlreiche Männer, Frauen und Kinder gefoltert und getötet haben.

Mehr als 1500 seiner MLC-Kämpfer waren vom Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Ange-Félix Patassé, ins Land gerufen worden, um bei der Niederschlagung eines Aufstands seines Armeechefs François Bozizé zu helfen.

Der Prozess gegen den im Mai 2008 festgenommenen Bemba hatte im November 2010 vor dem IStGH begonnen. Damals plädierten seine Verteidiger zum Auftakt der Verhandlung auf nicht schuldig. Der 53-jährige Geschäftsmann ist der bisher ranghöchste Politiker, der vom Internationalen Strafgerichtshof verurteilt wurde. Er hatte stets seine Unschuld beteuert.

vek/Reuters/AFP



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