Washington - Es ist eine Weile her, dass ein Bush die Schlagzeilen der amerikanischen Blätter beherrscht hat. Jetzt aber titelt die Washington Post: "Jeb Bush ist zurück im Scheinwerferlicht - und er denkt an 2016." Ähnlich klingt es bei der "New York Times": "Jeb Bush stürzt sich in die Debatte - und möglicherweise auch ins 2016er-Rennen."
Der kleine Bruder von Ex-Präsident George W. Bush trommelt gerade auf allen Kanälen für sein neues Buch. Für die amerikanischen Kommentatoren scheint klar: Hier läuft sich jemand für den Präsidentschaftswahlkampf warm. 2016 könnte nach George H.W. (1989-1993) und George W. (2001-2009) der dritte Bush im Weißen Haus regieren.
Nachdem er lange Zeit alle Ambitionen aufs Weiße Haus zurückgewiesen hatte, sprach der 60 Jahre alte Jeb Bush nun in einer Serie von Interviews in den vergangenen Tagen darüber, dass er sich tatsächlich mit dem Thema beschäftige. Im Fernsehsender MSNBC sagte er zur Frage der Kandidatur: "Ich sage nicht ja, ich sage nur nicht nein." Er werde jetzt darüber nachdenken. Auch seine früheren Berater lassen sich mit der Aussage zitieren, dass Bush Präsidentschaftsambitionen hege.
Die vergangenen Jahre war es ruhig um ihn. Nachdem er 2007 als Gouverneur in Florida aufgehört hatte und sein Bruder als unbeliebter Präsident aus dem Amt schied, zog sich der jüngere Bruder zurück.
Jeb könnte bei Latinos punkten
Jeb ist ohnehin an der Parteibasis beliebt. Er ist mit einer gebürtigen Mexikanerin verheiratet, spricht Spanisch. So könnte er 2016 bei der wichtigen Wählergruppe der Latinos punkten.
Doch seine Immigrationsoffensive hat auch enge Parteifreunde irritiert. Laut "Washington Post" ist auch Marco Rubio, Senator aus Florida, verwundert. Er arbeitet an der Einwanderungspolitik der Partei.
Die "Washington Post" schreibt aber auch über das schwere Familienerbe, das der Name Bush in der republikanischen Partei bedeutet. Vater George H.W. Bush musste nach einer Amtszeit gehen, unter anderem hatte er Konservative verärgert, weil er sein Versprechen gebrochen hatte, keine neuen Steuern zu erheben. Und Bruder George W. Bush brachte nicht nur einen Großteil der Welt gegen sich auf, sondern wegen seiner Ausgaben- und Wirtschaftspolitik auch die Partei und verließ das Amt als äußerst unbeliebter Präsident.
Tatsächlich würde so die Geschichte einer bemerkenswerten Polit-Dynastie fortgeschrieben. Schon der Großvater von Jeb und George W., Prescott Bush, war US-Senator.
Wenn Jeb tatsächlich ins Rennen geht, könnte es 2016 zu einem Duell mit einer anderen Polit-Dynastie kommen: Als mögliche Kandidatin der Demokraten gilt Hillary Clinton. Es wäre das zweite Duell Bush vs. Clinton nach 1992, als Jebs Vater gegen Hillarys Ehemann verlor.
fab
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