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15. Juni 2018, 09:35 Uhr

Trennung von Familien

Sessions verteidigt US-Einwanderungspolitik mit Bibelzitat

An der Grenze zwischen den USA und Mexiko werden Familien auseinandergerissen - selbst Kinder werden von ihren Eltern getrennt. US-Justizminister Jeff Sessions hat diese Praxis nun mit einem Bibelzitat verteidigt.

Die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump ist hoch umstritten. Besonders die Praxis, illegal eingewanderte Familien auseinanderzureißen und mitunter minderjährige Kinder von ihren Eltern zu trennen, stößt auf Kritik.

US-Justizminister Jeff Sessions hat das Vorgehen mit einem Bibelzitat gerechtfertigt. "Ich möchte auf den Apostel Paulus und seine klare und weise Anordnung im Brief an die Römer 13 verweisen, wonach die Gesetze der Regierung befolgt werden müssen, weil Gott die Regierung zu seinen Zwecken eingesetzt hat", sagte Sessions.

Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders äußerte sich anschließend nicht direkt zu Sessions Aussage, sagte aber: "Es ist sehr biblisch, das Gesetz anzuwenden." Ein Reporter fragte sie daraufhin: "Haben Sie keine Empathie für das, was diese Menschen durchmachen?" Sanders reagierte darauf nicht.

Sessions hatte im Mai eine "Null Toleranz"-Politik gegenüber Menschen ausgerufen, die über die mexikanische Grenze illegal ins Land kommen und noch an der Grenze einen Asylantrag stellen. Dazu gehört auch, illegal eingewanderte Eltern von ihren Kindern zu trennen. Diese Abschreckungspolitik hat Washington auch von der Uno scharfe Kritik eingebracht, welche darin einen Verstoß gegen die Menschenrechte sieht.

Das derzeitige US-Gesetz verbietet die Trennung von Eltern und Kindern nicht. US-Präsident Donald Trump argumentiert, seine Regierung setze lediglich geltendes Recht um.

Auch in den eigenen Reihen ist die Praxis umstritten. Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses und einflussreichster Republikaner im Kongress, sagte, er fühle sich mit dieser Praxis nicht wohl. "Wir wollen nicht, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden." Aus Kreisen der Republikaner im Repräsentantenhaus verlautete, dass dort ein entsprechendes Verbot vorbereitet werde. Es solle kommende Woche vorgelegt werden.

höh/AFP

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