Jeff Sessions Trumps Justizminister verschwieg Kontakte zu Russland

Der US-Justizminister gerät unter Druck: Jeff Sessions soll dem Senat bei einer Anhörung verschwiegen haben, dass er sich zweimal mit Russlands Botschafter in Washington traf - vor Donald Trumps Amtseinführung.

US-Justizminister Jeff Sessions
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US-Justizminister Jeff Sessions


Der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses soll mutmaßliche Einmischungsversuche Russlands in die Präsidentenwahl der USA im November untersuchen. Die ranghöchsten Vertreter beider Parteien im Ausschuss hätten sich auf die Parameter der Ermittlungen geeinigt, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch (Ortszeit). Gegenstand der Untersuchung sollen demnach unter anderem russische Cyberaktivitäten und Verbindungen zwischen Russland und Mitgliedern von US-Wahlkampfteams sowie mögliche Leaks geheimer Informationen sein.

Die "Washington Post" berichtet, der neue US-Justizminister Jeff Sessions habe sich im vergangenen Jahr zweimal mit demselben russischen Botschafter getroffen und dies bei einer Anhörung im Senat zu seiner Nominierung im Januar verschwiegen. Dort hatte er, nach den Berichten zu russischen Kontakten des Trump-Teams gefragt, gesagt: "Ich hatte keine Kommunikationen mit den Russen."

Seine Sprecherin sagte der Zeitung, bei der Frage in der Anhörung sei es nicht um Treffen von Sessions als damaliger Senator und Mitglied des Verteidigungsausschusses gegangen. In dieser Funktion habe er im vergangenen Jahr mehr als 25 Unterhaltungen mit ausländischen Botschaftern geführt.

Die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, fordert den Rücktritt des Ministers. "Sessions ist nicht geeignet, als höchster Gesetzeshüter unseres Landes zu dienen und muss zurücktreten", sagte Pelosi.

Vor wenigen Wochen hatten die "New York Times" und der Sender CNN berichtet, Mitglieder des Teams des heutigen US-Präsidenten Donald Trump hätten während des Wahlkampfs wiederholt mit russischen Geheimdienstmitarbeitern in Kontakt gestanden. Trump hatte das dementiert.

Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn hatte im Februar nach weniger als einem Monat im Job zurücktreten müssen, weil er noch vor Trumps Amtsübernahme mit dem russischen Botschafter in den USA über US-Sanktionen gegen Russland gesprochen und dies verheimlicht hatte.

als/dpa/Reuters



insgesamt 214 Beiträge
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hajueberlin 02.03.2017
1. Mich würde mal interessieren,
was Herr Trump den Republikanern alles versprochen hat. Das ist ja nicht der erste Trump-Kumpan, der solche Kontakte hatte und verschwieg. Wenn die Demokraten solche Kontakte hätten, würden die Republikaner ganz laut "SKANDAL! SKANDAL!"rufen und wahrscheinlich/indirekt zur Lynchjustiz aufrufen, weil das ein Angriff auf Amerika wäre. Leider werde ich nie erfahren, was da hinter verschlossenen Türe abgesprochen wurde. SAD
echoanswer 02.03.2017
2. Ist wird immer lustiger
Die Wanzen sitzen im eigenen Fell. Trump hat selbst bestimmt auch reichlich Kontakte. Per Dekret muss er die aber nicht offenlegen. Oder so. Pipi Langstrumpf wäre begeistert.
omanolika 02.03.2017
3. Lügen als Pflicht?
Trump´s Männer sollen nach "Gehorsam" streben, aber der Donald ist ja nur von Falschheit umgeben, weil des Präsidenten Vorgehen halt einige entsetzt, wird sich dem Gebaren des Mr.T einfach widersetzt! Man könnte auch sagen: Betrügen ist Pflicht, und deswegen lügt man jedem ins Gesicht...
Actionscript 02.03.2017
4. Es spielt doch keine Rolle, als was Sessions...
Zitat: "Seine Sprecherin sagte der Zeitung, bei der Frage in der Anhörung sei es nicht um Treffen von Sessions als damaliger Senator und Mitglied des Verteidigungsausschusses gegangen. In dieser Funktion habe er im vergangenen Jahr mehr als 25 Unterhaltungen mit ausländischen Botschaftern geführt." ...mit dem russischen Botschafter gesprochen hat. Dann hätte er doch antworten können, "Ja, ich habe mit dem russischen Botschafter gesprochen aber in meiner Funktion als Mitglied des Verteidigungsausschusses." Dann hätte er zwar Fragen bekommen, aber da hätte er sich leicht rausreden können oder etwa nicht....??? Die Lüge macht ihn natürlich jetzt doppelt verdächtig. Er sollte freiwillig gehen.
Entsetzen 02.03.2017
5. Sehr interessant ist es,
dass Trump und viele Personen seiner Regierung mehr oder weniger enge Kontakte zu russischen Vertretern hatten. Sicher mag es Zufall sein, aber eine markante Häufung des Zufalls schließt denselben meistens aus. Aber was soll dann dahinter stecken? Trump und seine Mannen als 5. Kolonne von Putin? Oder möchte man sich in der Manier der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts die Welt teilen? Vielleicht erfahren wir es früher als es uns lieb ist.
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