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Jemen: Dutzende Menschen sterben bei neuer Gewalt

Kämpfer der schiitischen Rebellen in Sanaa: Blutige neue Auseinandersetzungen Zur Großansicht
REUTERS

Kämpfer der schiitischen Rebellen in Sanaa: Blutige neue Auseinandersetzungen

Im Jemen ist die Gewalt zwischen sunnitischen und schiitischen Kämpfern erneut eskaliert. Trotz eines vereinbarten Waffenstillstands haben mutmaßliche Qaida-Anhänger einen Anschlag verübt.

Sanaa - Bei neuen Anschlägen und Kämpfen im Jemen sind laut Stammesvertretern in der Nacht zum Montag mindestens 20 schiitische Huthi-Rebellen getötet worden. Sunnitische Kämpfer des Qaida-Ablegers Ansar al-Scharia hätten einen mit Sprengstoff beladenen Wagen vor einem Gebäude in Rada in der zentralen Provinz Baida in die Luft gesprengt. Das Gebäude war demnach von Huthi-Rebellen besetzt. Bei dem Anschlag und Gefechten seien zwölf Rebellen gefangen genommen worden. Über Opfer auf Seiten der Qaida-Extremisten wurde zunächst nichts bekannt.

Den sunnitischen Milizen gelang es den Stammesvertretern zufolge, eine Nachschublinie der Huthi-Rebellen abzuschneiden. Die Schiiten waren in den vergangenen Tagen in die sunnitisch dominierte Region vorgedrungen.

Mit dem Ausbruch neuer Gewalt ist ein vor zwei Tagen im Südjemen vereinbarter Waffenstillstand, den die aufständischen Huthis mit sunnitischen Stämmen unterzeichnet hatten, hinfällig. Im Laufe der vergangenen Woche war es zu schweren Kämpfen zwischen beiden Seiten gekommen, nachdem Huthis mehrere Städte südlich der von ihnen kontrollierten Hauptstadt Sanaa eingenommen hatten. Auch al-Qaida hatte den schiitischen Rebellen in mehreren unabhängigen Angriffen immer wieder zugesetzt.

Huthis verlangen Stopp aller Ölexporte

Die Huthis kontrollieren seit rund fünf Wochen Sanaa und versuchen, Einfluss auf die Regierungsgeschäfte zu nehmen. Am Sonntagabend besetzten die Aufständischen nach einem weiteren Bericht von al-Masdar Online zudem den Firmensitz der staatlichen Ölfirma Safer in der östlich von Sanaa gelegenen Provinz Marib. Die bewaffneten Huthis hätten von der Leitung einen sofortigen Stopp aller Ölexporte ins Ausland verlangt.

Jemen, das ärmste Land des Nahen Ostens steckt seit Jahrzehnten in einer Dauerkrise. Inzwischen bekommt auch die Sezessionsbewegung im Südjemen wieder neuen Zulauf. In den vergangenen Wochen hatten in Aden Zehntausende für die Unabhängigkeit des Südjemen demonstriert. Der Südjemen steht wirtschaftlich besser da als der Norden. Aden war bis zur Wiedervereinigung 1990 Hauptstadt des sozialistisch geprägten Südjemen.

anr/dpa/AFP

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Fotostrecke
Jemen: Vormarsch der Huthi-Rebellen

Fläche: 536.869 km²

Bevölkerung: 24,969 Mio.

Hauptstadt: Sanaa

Staatsoberhaupt der Übergangsregierung:
Abd Rabbuh Mansur al-Hadi

Regierungschef: Ahmed Obaid bin Dagher

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