Unicef-Bericht Im Jemen stirbt alle zehn Minuten ein Kind aus vermeidbaren Gründen

Mehr als 70.000 Menschen kamen im Jemen-Krieg bislang ums Leben. Ein neuer Unicef-Report verdeutlicht, wie bedrohlich die Lage besonders für Kinder ist.

Unterernährtes Kind im Jemen
AFP

Unterernährtes Kind im Jemen


Im Jemen stirbt nach Angaben von Hilfsorganisationen alle zehn Minuten ein Kind an den Folgen von vermeidbaren Krankheiten und Mangelernährung. "400.000 Kinder sind lebensbedrohlich mangelernährt und könnten jede Minute sterben", sagte der Unicef-Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika, Geert Cappelaere. Mehr als elf Millionen Kinder seien in dem Bürgerkriegsland auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef führt im Jemen derzeit seinen weltweit größten Nothilfeeinsatz durch. Vor allem werden Behandlungszentren eingerichtet, um sich akut um mangelernährte Kinder zu kümmern. (Lesen Sie hier mehr zum Bürgerkrieg im Jemen.)

Diese Kinder könnten mit einfachsten Medikamenten und Hilfsmaßnahmen gerettet werden, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Hilfswerke wie Unicef aber seien massiv unterfinanziert. "Es ist beschämend: Nicht einmal die Hälfte des Hilfsbedarfs ist gedeckt", sagte er. Die Mittel müssten dringend bereitgestellt werden, und die Konfliktparteien müssten die Versorgung der Bevölkerung zulassen.

Mehr als 70.000 Tote im Bürgerkrieg

Die Vereinten Nationen bezeichnen die Situation im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt. In den vergangenen vier Jahren wurden in dem Konflikt zwischen Huthi-Rebellen und der international anerkannten Regierung des Landes nach Uno-Angaben mehr als 70.000 Menschen getötet oder verletzt. Zwei Drittel der Bevölkerung haben demnach große Schwierigkeiten, an ausreichend Lebensmittel zu kommen.

Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte der "Rheinischen Post", Deutschland sei bereit, zusammen mit den Vereinten Nationen Fortschritte in den Friedensgesprächen mit konkreten Projekten vor Ort zu unterlegen. Deutschland wolle eine Anschubfinanzierung von 2,5 Millionen Euro dafür bereitstellen und weitere zwei Millionen Euro für das kommende Jahr zusagen.

bam/dpa



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