Jemen Arabische Militärkoalition bombardiert Parteizentrale

Während des Besuchs eines Uno-Diplomaten hat die von Saudi-Arabien geführte Allianz Luftangriffe auf Jemens Hauptstadt geflogen. Ihr Ziel: die Verbündeten der Huthi-Rebellen.

Huthi-Rebellen vor einem zerstörten Haus: Heftige Luftangriffe auf Jemens Hauptstadt Sanaa
AP/dpa

Huthi-Rebellen vor einem zerstörten Haus: Heftige Luftangriffe auf Jemens Hauptstadt Sanaa


Die arabische Militärkoalition hat Ziele in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen. Bombardiert wurde das Hauptquartier der Partei des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh. Diese ist inzwischen mit den Huthi-Rebellen verbündet. Bei dem nächtlichen Angriff seien mehrere Angestellte und Wachleute getötet worden, teilte die Partei Allgemeiner Volkskongress mit.

Der Angriff fand statt, während der Uno-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed an einem anderen Ort der Hauptstadt Vertreter der Partei zu Gesprächen über eine Waffenruhe traf.

Die Vizesekretärin der Partei, Faeka al-Sajed, warf der Allianz vor, mit dem Angriff die Bemühungen des Uno-Diplomaten um eine humanitäre Feuerpause zum Scheitern bringen zu wollen. Der Gesandte hatte vergangene Woche in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad mit dem jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi über eine Waffenruhe gesprochen. Hadi befindet sich seit März dieses Jahres im Exil. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition flog unterdessen weiter Angriffe auf von den Rebellen kontrollierte Militärstützpunkte in Amran sowie der Küstenstadt Al-Mocha.

Der Allgemeine Volkskongress, der bis zum Sturz von Präsident Saleh im Frühjahr 2011 jahrzehntelang die Politik im Jemen dominierte, hatte sich vergangenes Jahr mit den Huthi-Rebellen verbündet. Zusammen mit Saleh-treuen Armee-Einheiten brachte die schiitische Miliz im Januar die Hauptstadt unter ihre Kontrolle, bevor sie weiter nach Süden vorrückte. Als sie sich der Hafenstadt Aden näherte, floh Präsident Hadi nach Saudi-Arabien. Eine arabische Militärkoalition startete daraufhin Luftangriffe, um ihn zurück an die Macht zu bringen.

kev/AFP/Reuters

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hatschon 06.07.2015
1. Bitte keine Aufnahme
In die EU oder NATO .
mundi 06.07.2015
2. Wo bleiben Sanktionen?
Ein souveräner Staat wird ohne UNO-Mandat angegriffen und kein Hahn kräht. Sind alle Hähne bei den Manövern in der Ukraine?
DeathEye 06.07.2015
3. Würde
Putin Kiew bombardieren damit im Osten der Ukraine Frieden wäre, wäre der Aufschrei riesengroß. Aber hier interessiert es Niemanden. Ist nur ein armes Volk. Und die übliche arschkriecherei gegenüber Saudi-Arabien ist ja schon obszön.
osnase92 06.07.2015
4.
Fordere ebenfalls Sanktionen gegen Saudi-Arabien! Völkerrechtswidrig! Angriffskrieg!
kainkani 06.07.2015
5. unglaublich
Es ist unfassbar was die Saudis derzeit auf der alles erlauben ...sie unterstützen den Terror in Syrien sie bewaffnen den IS und die Europäer gucken nur zu und verkaufen den Waffen ....
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