Terror im Jemen Dutzende Tote bei Anschlag vor Polizeiakademie

Schwerer Anschlag in Jemens Hauptstadt Sanaa: Dutzende Menschen kamen vor einer Polizeiakademie durch eine Autobombe ums Leben. Noch bekannte sich niemand zu der Terrorattacke.

Tatort Polizeiakademie: Schwerer Anschlag im Jemen
REUTERS

Tatort Polizeiakademie: Schwerer Anschlag im Jemen


Sanaa - Wegen einer Rekrutierung waren am Morgen viele Menschen vor einer Polizeiakademie in Sanaa versammelt, als dort eine Autobombe detonierte. Nach Angaben von Sicherheitskräften und Ärzten wurden durch den Anschlag in Jemens Hauptstadt mehr als 40 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Die meisten Opfer seien Studenten, teilte die Akademie mit. Die jemenitische Nachrichtenseite "Al-Masdar Online" berichtete zudem von Schüssen unmittelbar nach dem Anschlag.

Am Tatort stieg eine Rauchsäule auf. Opfer wurden in Krankenwagen abtransportiert. Einige Leichen lagen auf der Straße, wie Augenzeugen berichteten.

Für den Anschlag übernahm zunächst niemand die Verantwortung. Erst am Sonntag hatte es in Dhamar südlich von Sanaa einen Anschlag auf schiitische Huthi-Milizen gegeben. Dabei wurden vier Menschen getötet, darunter auch ein Fernsehreporter.

Der Jemen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Ali Abdullah Saleh im Jahr 2012 von Gewalt und schweren politischen Unruhen erschüttert. Die Huthi-Milizionäre starteten Anfang vergangenen Jahres eine Offensive, in deren Zuge sie im September auch Sanaa einnahmen.

Seither weiteten die Milizen ihren Machtbereich im Zentrum und Westen des Landes aus. Im Namen der schiitischen Minderheit fordern sie mehr politische Mitsprache. Allerdings stoßen sie auf heftigen Widerstand sunnitischer Stämme und der Extremistengruppe al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel.

als/AFP/Reuters/dpa



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