Sanaa Viele Tote bei Selbstmordanschlag im Jemen

Ein Selbstmordattentäter hat in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa viele Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Militärangaben trug der Attentäter eine Armeeuniform und sprengte sich in die Luft, während eine Einheit von Soldaten für eine Parade trainierte.


Sanaa - Bei einem Anschlag auf jemenitische Soldaten sind nach Armee-Angaben mindestens 40 Menschen getötet worden. Die Polizei dagegen sprach von 20 Toten und 60 Verletzten.

Militärkreisen zufolge ereignete sich der Anschlag, während eine Einheit von Soldaten für eine Parade zum Nationalfeiertag in der Hauptstadt Sanaa trainierte. Demnach trug der Attentäter eine Armeeuniform und sprengte sich inmitten der Soldaten in die Luft. Der Verteidigungsminister und der Stabschef waren demnach zugegen, blieben aber unverletzt. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Die Militärparade sollte am Dienstag anlässlich des 22. Jahrestags der Vereinigung des sozialistischen Süd-Jemen mit dem nördlichen Landesteil unter Anwesenheit von Präsident Abd Rabbu Mansur al-Hadi abgehalten werden. Im Süden des Jemen gibt es nach wie vor Unabhängigkeitsbestrebungen.

Ein Angriff auf US-Soldaten wird aus dem Westen des Jemen gemeldet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hätten Aufständische das Feuer auf das Auto, in dem die drei Amerikaner saßen, eröffnet. Ein US-Soldat sei dabei verletzt worden.

Die Sicherheitslage im Jemen ist äußerst labil. So kam es verstärkt zu Angriffen von Islamisten, seit al-Hadi im Februar die Macht nach monatelangen Protesten gegen den langjährigen Herrscher Ali Abdullah Salih übernahm.

Am Wochenende hatten sich Qaida-Kämpfer und Regierungstruppen im Süden des Jemen schwere Gefechte geliefert. 17 Menschen kamen ums Leben. Unter den Opfern seien acht Aufständische, vier Soldaten und fünf Freiwillige, die auf Seiten der Streitkräfte kämpften, sagte ein Militärsprecher.

Die Regierungstruppen hatten am Freitag eine Offensive bei Dschaar begonnen. Diese ist Teil der geplanten Rückeroberung von Sindschibar, der Hauptstadt der Provinz Abjan, die seit einem Jahr unter der Kontrolle des örtlichen Arms der al-Qaida steht. In den vergangenen Tagen waren bereits Dutzende Kämpfer auf beiden Seiten ums Leben gekommen.

anr/AFP/Reuters



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