Vor der Küste Jemens Dutzende Flüchtlinge sterben bei Bootsunglück

Kurz vor der Ankunft an Jemens Küste ist ein Boot mit 100 Menschen aus Äthiopien an Bord gekentert. Dutzende Insassen kamen dabei ums Leben - auch weil es keine Rettungswesten gab.

Unglücksstelle an Jemens Küste
AFP

Unglücksstelle an Jemens Küste


Wenige Tage nach dem verheerenden Kentern eines Flüchtlingsbootes vor Tunesien hat sich vor der Küste Jemens eine ähnliche Katastrophe abgespielt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben mindestens 46 Migranten, als ihr Schiff am Mittwoch im Golf von Aden bei hohem Wellengang kenterte. 16 Menschen werden noch vermisst, 39 Überlebende konnten gerettet werden.

Menschenschmuggler hatten mindestens 100 Flüchtlinge auf das Boot gepfercht, das am Dienstag in Boosaaso in Somalia ablegte. An Bord seien Äthiopier gewesen, die auf der Suche nach Arbeit womöglich über das Bürgerkriegsland Jemen in die Golfstaaten weiterziehen wollten.

Das Boot sei die ganze Nacht unterwegs gewesen und kurz vor dem Anlegen an der Küste Jemens von hohen Wellen erfasst worden. Für die Menschen an Bord habe es nach Angaben von Überlebenden keine Schwimmwesten gegeben.

Vor Tunesien waren am Wochenende wahrscheinlich 112 Menschen ums Leben gekommen, als ein Boot mit Flüchtlingen und Migranten kenterte. 68 Menschen konnten vor den Kerkenna-Inseln im Osten des Landes gerettet werden.

mes/dpa



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