Huthi-Rebellen im Jemen Dutzende Tote bei Kämpfen um Hafenstadt Hudeida

Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis hat eine Offensive gegen die von Iran unterstützte Huthi-Miliz gestartet. Bei Luftangriffen auf die Hafenstadt Hudeida sind mindestens 30 Rebellen getötet worden.

Huthi-Rebellen (Archivbild)
AFP

Huthi-Rebellen (Archivbild)


Am zweiten Tag ihrer Offensive auf die strategisch wichtige Hafenstadt Hudeida im Jemen sind Regierungstruppen und deren Verbündete erneut auf zähe Gegenwehr der Rebellen getroffen. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens 30 Huthi-Rebellen und neun regierungstreue Kämpfer getötet. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition attackierte Rebellenstellungen aus der Luft. Der Uno-Sicherheitsrat forderte die Konfliktparteien auf, den für den Jemen wichtigen Hafen Hudeida offen zu halten.

Es habe zwei "feindliche Luftangriffe" auf Gebiete nahe der Stadt gegeben, erklärten die Huthi-Rebellen über ihren Fernsehsender Al-Masirah. Militärangaben zufolge setzte die Koalition auch drei Kampfhubschrauber vom Typ Apache ein.

Seit Beginn des Konflikts im Jemen wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 10.000 Menschen getötet und mehr als 55.000 weitere verletzt. Außerdem starben mehr als 2200 Menschen an Cholera. Die Uno beschreibt die humanitäre Krise im Jemen als die derzeit größte weltweit. 8,4 Millionen Menschen sind demnach von einer Hungersnot bedroht.

Das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich "sehr besorgt über die aktuellen Entwicklungen in Hudeida". Ein Sprecher appellierte an "alle Konfliktparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten". Die Kämpfe drohten "die laufenden Vermittlungsbemühungen des Uno-Sondergesandten Martin Griffiths weiter zu erschweren".

Jemens Regierung begründete die Offensive damit, dass Verhandlungen mit den Huthi-Rebellen zum Abzug aus Hodeida gescheitert seien. "Alle politischen und friedlichen Mittel sind erschöpft", erklärte die Regierung. Die Regierungstruppen hatten Ende Mai einen ersten Angriff auf die Hafenstadt gestartet, die seit 2014 von den schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert wird.

Bereits am Mittwoch hatte die Allianz nach Angaben aus Militärkreisen 18 Luftangriffe auf Huthi-Stellungen in den Vororten Hudeidas geflogen. Nach Angaben von Medizinern wurden dabei 22 Huthi-Kämpfer getötet.

Mit Unterstützung Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) rücken Soldaten seit Mittwoch auf den Flughafen von Hudeida vor. Dabei wurden nach Militärangaben am Mittwoch vier Soldaten der Emirate getötet.

Humanitäre Hilfe über Hafen angeliefert

Am Donnerstag berichtete die amtliche Presseagentur Saudi-Arabiens von der Eroberung "neuer strategischer Bereiche". Die Kämpfe wurden vor allem in der Nähe des Flughafens ausgefochten.

Der Hafen von Hudeida war weiterhin geöffnet, wie die Hafendirektion mitteilte. Es lägen weiter mehrere Schiffe im Hafen und weitere warteten auf Einfahrt, sagte Hafenchef Dawud Fadel.

Über den Hafen wird ein Großteil der humanitären Hilfe für das notleidende Land angeliefert. Die Huthi-Rebellen hatten am Mittwoch erklärt, zwei Schiffe der Allianz an der Küste von Hudeida beschossen und eines davon getroffen zu haben.

Russland forderte derweil eine "schnellstmögliche" Beendigung der Kämpfe im Jemen. Die derzeitige Entwicklung sei "besonders alarmierend" und werde "katastrophale Folgen" haben, erklärte das Außenministerium in Moskau. Moskau warnte vor einer weiteren Verschlimmerung der Lage und einem harten "Schlag" für eine mögliche politische Lösung des Konflikts.

Der Uno-Sicherheitsrat beriet am Donnerstag auf Antrag Großbritanniens über die Offensive im Jemen. Anschließend forderte der Rat, dass der Hafen, über den rund 70 Prozent der Einfuhren in den Jemen abgewickelt werden, offen bleiben müsse. Der russische Uno-Botschafter und amtierende Ratsvorsitzende Wassili Nebensia sagte, die Mitglieder seien "vereint in ihrer tiefen Sorge über die Risiken für die humanitäre Situation". Abgelehnt wurde ein Antrag Schwedens für eine vorübergehende Einstellung der Kampfhandlungen, um Zeit für einen Abzug der Rebellen zu gewinnen.

lie/AFP



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