Jemen Mehr als hundert Tote bei Luftangriff auf Trauerfeier

Bei dem Angriff auf eine Trauerfeier in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind Dutzende Menschen gestorben. Die Uno berichtet von mehr als 500 Verletzten.

Die angegriffene Trauerhalle
AP

Die angegriffene Trauerhalle


Bei einem der verheerendsten Luftangriffe im jemenitischen Bürgerkrieg sind nach Angaben der Uno mindestens 140 Menschen gestorben. Mehr als 525 Personen seien verletzt worden, teilte der Uno-Koordinator für humanitäre Hilfe im Jemen, Jamie McGoldrick, mit. Helfer vor Ort seien "entsetzt und schockiert".

Der Angriff wurde vermutlich von der saudi-arabisch geführten Militärkoalition ausgeführt.

Jemens Hauptstadt Sanaa ist seit September 2014 unter der Kontrolle der Huthis, die gegen Truppen der Regierung von Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi kämpfen. Dieser wird von einem saudi-arabisch geführten sunnitischen Bündnis unterstützt. Die Angriffe des Bündnisses hatten im März 2015 begonnen und trafen neben Huthi-Stellungen immer wieder auch humanitäre Einrichtungen, Märkte oder Hochzeitsgesellschaften. Viele Unbeteiligte wurden dabei getötet.

Der Nachrichtenagentur Saba zufolge ist das Bündnis auch für die jüngsten Luftschläge auf die Trauerhalle verantwortlich. Sie fliegt als einzige Kriegspartei im Jemen Angriffe. Unter den Toten und Verletzten sollen auch ranghohe Funktionäre der Huthi-Rebellen sein. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz im Jemen kündigte Hilfe an.

brt/dpa



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