Jemen Huthi-Rebellen erobern von USA genutzte Luftwaffenbasis

Die Huthi-Rebellen rücken vor: Sie stehen rund 50 Kilometer vor dem Zufluchtsort von Präsident Hadi. Die Kämpfer haben nun auch den wichtigen Luftwaffenstützpunkt Al-Anad eingenommen.

Militärstützpunkt Al-Anad: Bisher kontrollierten Präsidenten-loyale Truppen die Basis
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Militärstützpunkt Al-Anad: Bisher kontrollierten Präsidenten-loyale Truppen die Basis


Aden - Die schiitischen Huthi-Rebellen haben am Mittwoch die Kontrolle über den wichtigsten Militärstützpunkt im Südjemen übernommen. Sie sind noch rund 50 Kilometer von der Stadt Aden entfernt, wohin sich Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi zurückgezogen hat.

Erst vor vier Tagen hatten die USA aus Sicherheitsgründen auf der Basis stationierte US-Soldaten abgezogen. Al-Anad wurde in der Vergangenheit von den USA als Drohnen-Stützpunkt im Anti-Terror-Kampf genutzt. US-Soldaten trainierten dort zudem jemenitische Spezialeinheiten.

Al-Anad liegt in der Provinz Lahdsch. Dort waren in der vergangenen Woche bei Kämpfen zwischen jemenitischen Sicherheitskräften und bewaffneten Kämpfern des Terrornetzwerks al-Qaida sowie von Unabhängigkeitsgruppierungen Dutzende Menschen getötet worden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, wurden Arbeiter staatlicher Unternehmen in Aden nach Aussagen von Bewohnern aufgefordert, nach Hause zu gehen. Einige Menschen hätten sich bereits bewaffnet.

Bürgerkriegsland Jemen: Arabiens Armenhaus
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Präsident Hadi hatte den Uno-Sicherheitsrat am Dienstag erneut um Hilfe im Konflikt mit den Huthi-Rebellen gebeten. In einem Brief forderte der Staatschef das Uno-Gremium zur Verabschiedung einer bindenden Resolution auf, mit der das Vorrücken der von Iran unterstützten Huthi-Miliz auf Aden gestoppt werden soll. (Lesen Sie hier einen Überblick über die wichtigsten Akteure im jemenitischen Bürgerkrieg.)

Diese hatte im September die Hauptstadt Sanaa und in der vergangenen Woche Tais, den drittgrößten Ort des Landes, eingenommen. In Sanaa hatten die Huthi-Kämpfer Staatschef Hadi und Teile der Regierung über Wochen festgesetzt. Der Präsident konnte im Februar nach Aden fliehen.

Das benachbarte Saudi-Arabien reagierte auf die Kämpfe im Jemen und verlegte nun Truppen und schweres Gerät in das Grenzgebiet. Nach Erkenntnissen der US-Regierung hat die Armee unter anderem Artilleriegeschütze und Panzer mobilisiert. Ein Regierungsvertreter in Washington nannte den Aufmarsch der saudi-arabischen Armee "bedeutend". Unklar sei derzeit, ob sich das Herrscherhaus in Riad damit vor einem Übergreifen der Gewalt schützen wolle oder eine Intervention im Jemen vorbereite. Die Grenze zwischen beiden Staaten ist etwa 1800 Kilometer lang und an den meisten Punkten nicht markiert.

heb/AFP/dpa/Reuters

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freddygrant 25.03.2015
1. Die IS-freundliche ...
... sunnitische Regierung Hadis ersucht Hilfe gegen die anrückenden Schiiten? Traurig und trotzdem fast zum lachen. Und die deutschen liefern den arabisch-sunnitischen Scheichs kräftig Panzer und Waffen damit diese den Islamisten Hadis zur Hilfe kommen können. So ist sie, die deutsche Außen- und Waffenpolitik.
wachsames_auge 25.03.2015
2.
Zitat von freddygrant... sunnitische Regierung Hadis ersucht Hilfe gegen die anrückenden Schiiten? Traurig und trotzdem fast zum lachen. Und die deutschen liefern den arabisch-sunnitischen Scheichs kräftig Panzer und Waffen damit diese den Islamisten Hadis zur Hilfe kommen können. So ist sie, die deutsche Außen- und Waffenpolitik.
Wenn die Nato wirklich etwas gegen den IS hätte, wären seine paar tausend Kämpfer mit ein paar tausend Fliegern, ein paar tausend Drohnen, einpaar tausend Panzern mit ein paar tausend Elitesoldaten mit Hilfe von Satelitenüberwachung wohl innerhalb weniger Stunden erledigt. Und weil es den IS immer noch gibt, scheint er wohl noch gebraucht zu werden, vielleicht um steigende Rüstungsausgaben zu begründen oder Irans Verbündete anzugreifen.
jowitt 25.03.2015
3. @wachsames_auge
Zitat von wachsames_augeWenn die Nato wirklich etwas gegen den IS hätte, wären seine paar tausend Kämpfer mit ein paar tausend Fliegern, ein paar tausend Drohnen, einpaar tausend Panzern mit ein paar tausend Elitesoldaten mit Hilfe von Satelitenüberwachung wohl innerhalb weniger Stunden erledigt. Und weil es den IS immer noch gibt, scheint er wohl noch gebraucht zu werden, vielleicht um steigende Rüstungsausgaben zu begründen oder Irans Verbündete anzugreifen.
Sie sind ja scheints ein ausgewiesener Militärexperte. Wer soll denn die tausenden von Soldaten stellen? Wer hat denn schon tausende von Fliegern, wer hat tausende von Drohnen? Und wie sollen da tausende von Panzern hinkommen und mit welcher Besatzung sollen die fahren? Sie stellen sich das alles sehr einfach vor. Und: Warum sollte ausgerechnet die NATO etwas dagegen tun? Es soll ja auch noch andere Staaten geben ;-)
MarkusRiedhaus 25.03.2015
4. Das ist doch...
Zitat von wachsames_augeWenn die Nato wirklich etwas gegen den IS hätte, wären seine paar tausend Kämpfer mit ein paar tausend Fliegern, ein paar tausend Drohnen, einpaar tausend Panzern mit ein paar tausend Elitesoldaten mit Hilfe von Satelitenüberwachung wohl innerhalb weniger Stunden erledigt. Und weil es den IS immer noch gibt, scheint er wohl noch gebraucht zu werden, vielleicht um steigende Rüstungsausgaben zu begründen oder Irans Verbündete anzugreifen.
Traumtänzerei. Soll doch mal Russland oder China oder die afrikanische oder arabische Union da rumwerkeln. Weshalb immer der Westen? Und so verschleudert man nach den Irak-Desaster auch keine Leben mehr, da wird kein Senator in den USA ob Republikaner oder Demokrat wieder gewählt. Die können nicht auch noch die Veteranenfamilien und Co. verprellen, was sie sowieso schon taten. Gerade die Tea-Party-Konservativen und Co. die Rechtsaußen in den USA agieren wollen mit Kriegen außerhalb nix zu tun haben, sondern am liebsten Isolationismus haben. Die Demokraten können auch nicht Drohnenfreibriefe verschieben, vor allem nicht Tausende. Wer soll das bezahlen?
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