Jemen Gouverneur von Aden bei Anschlag getötet

Der Gouverneur von Aden ist bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Sein Konvoi wurde von einem Attentäter gerammt. Der "Islamische Staat" bekannte sich zu der Tat.


Der Gouverneur der südjemenitischen Provinz Aden ist bei einem Anschlag getötet worden. Ein Selbstmordattentäter habe am Sonntag sein Fahrzeug in den Konvoi von Dschaafar Mohammed Saad gerammt, als dieser auf den Weg zur Arbeit gewesen sei, berichten ein örtlicher Regierungsvertreter und Augenzeugen. Mindestens sechs Begleiter des Politikers seien bei der Explosion ebenfalls ums Leben gekommen.

In sozialen Medien kursiert eine Erklärung, in der sich der "Islamische Staat" (IS) zu der Tat bekennt. Die Terrormiliz habe ein mit Sprengstoff beladenes Auto in einem westlichen Bezirk von Aden detonieren lassen, als der Gouverneur vorbeifuhr. Das Statement konnte zunächst nicht verifiziert werden.

Saad war erst im Oktober ernannt worden. Die Hafenstadt Aden ist Sitz der Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi, der vergangenen Monat aus seinem saudiarabischen Exil ins Land zurückkehrte. Kurz zuvor war es seinen Anhängern mit Unterstützung einer von Saudi-Arabien geführten Militärallianz gelungen, die vom Iran gestützten Huthi-Rebellen aus Aden zu vertreiben. Die Huthi-Miliz kontrolliert weiterhin Jemens Hauptstadt Sanaa.

Der Anschlag auf Gouverneur Saad ereignete sich kurz vor einem neuen Anlauf zur Lösung des Bürgerkriegs. Die Vereinten Nationen bemühen sich um eine politische Lösung des seit Monaten anhaltenden Konflikts zwischen Hadi und den Huthi. Der Präsident erklärte am Samstag, er sei bereit zu neuen Gesprächen, die nach Angaben saudiarabischer Medien am 15. Dezember wieder aufgenommen werden sollen, vermutlich in Genf. Vorangegangene Versuche, unter Uno-Vermittlung eine politische Lösung zu erzielen, scheiterten angesichts anhaltender Kämpfe.

Der IS hat 2015 seinen Wandel von einer regionalen Kraft zu einem internationalen Netzwerk vorangetrieben. Ableger der Extremisten finden sich mittlerweile nicht nur im Jemen, in Ägypten, Libyen oder Tunesien, sondern auch in Südostasien.

jus/Reuters/AFP/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.