Uno-Bericht Kämpfe im Jemen vertreiben Zehntausende Menschen

Im Westjemen eskaliert der Konflikt zwischen Separatisten und Regierung, viele Menschen fliehen. In der "größten humanitären Krise der Welt" sind laut Uno 22 Millionen Jemeniten auf Hilfe angewiesen.

Ein zerstörtes Forschungsgebäude in Sanaa im Jemen
DPA

Ein zerstörtes Forschungsgebäude in Sanaa im Jemen


Wachsende Gewalt im Bürgerkriegsland Jemen hat nach Uno-Informationen in den vergangenen zehn Wochen mehr als 85.000 Menschen in die Flucht getrieben. Zehntausende flüchteten vor neuen Kämpfen an der Westküste, teilte das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

"Jemen ist die größte humanitäre Krise der Welt, mehr als 22 Millionen Menschen brauchen Hilfe", sagte UNHCR-Sprecherin Céline Pouilly. Das sind etwa zwei Drittel der Bevölkerung des Landes.

Zuletzt war im Jemen-Krieg ein alter Konflikt wieder aufgebrochen: Separatisten kämpfen für einen unabhängigen Staat im Süden. Sie liefern sich heftige Gefechte mit den Truppen von Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi. (Lesen Sie hier mehr zu den neuesten Auseinandersetzungen).

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Trotz des Bürgerkriegs nutzen immer noch Migranten Jemen als Transitland. 87.000 hätten im vergangenen Jahr versucht, die Küsten zu erreichen, vor allem aus Äthiopien und Somalia, berichtete die Organisation für Migration (IOM).

Ende Januar war ein Boot mit Migranten aus diesen Ländern vor der Küste Jemens gesunken. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben. Um allen Betroffenen zu helfen, schätzen die Vereinten Nationen den Gesamtbedarf in diesem Jahr auf 2,96 Milliarden Dollar (2,4 Mrd Euro).

Im Jemen tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung. Das sunnitische Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt den jemenitische Präsidenten Hadi mit einer Militär-Koalition, die Huthi-Stellungen bombardiert. Die schiitische Nation Iran wiederum hilft den Huthi-Rebellen. Saudi-Arabien und Iran rivalisieren um die Vorherrschaft in der Region.

aev/dpa



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