Jemen Krankenhaus von "Ärzte ohne Grenzen" bombardiert

Schon wieder ist ein Krankenhaus von "Ärzte ohne Grenzen" das Ziel von Luftangriffen geworden: Die Klinik in der jemenitischen Provinz Saada ist fast völlig zerstört. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Logo von "Ärzte ohne Grenzen": Weltweit im Einsatz
REUTERS

Logo von "Ärzte ohne Grenzen": Weltweit im Einsatz


Im Jemen ist ein Krankenhaus von "Ärzte ohne Grenzen" bombardiert worden. Nach Angaben der Hilfsorganisation ist die Klinik in der Provinz Saada bei einem Luftangriff des von Saudi-Arabien angeführten Bündnisses mehrmals getroffen worden.

"Ärzte ohne Grenzen" leistet in Krisengebieten auf der ganzen Welt medizinische Hilfe. Erst Anfang Oktober war ein von der Organisation betriebenes Krankenhaus im afghanischen Kundus bei einem US-Luftangriff schwer getroffen worden. Dabei starben rund 30 Menschen.

Nach einer Meldung der amtlichen jemenitischen Nachrichtenagentur Saba, die den Huthi-Rebellen untersteht, wurden mehrere Menschen verletzt. Das Gebäude sei vollständig zerstört worden, zitierte die Agentur den Krankenhaus-Direktor Ali Mughli.

Die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" erklärte, es seien mehr als 20 Menschen in der Klinik gewesen. Sieben Mitarbeiter seien verletzt und die Klinik fast vollständig zerstört worden. Die Menschenrechtsgruppe forderte eine Untersuchung des "ungesetzlichen Angriffs" auf das Krankenhaus, der offenbar gezielt erfolgt sei.

Saudi-Arabien weist Vorwürfe zurück

Die saudi-arabische Militärallianz wies jegliche Vorwürfe zurück. Auf die Frage, ob die Allianz die Klinik angegriffen habe, schrieb Brigadegeneral Ahmed Asseri am Dienstag: "Ganz und gar nicht."

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff auf das Krankenhaus. In einer Erklärung forderte er eine umgehende Untersuchung der Attacke.

Saudi-Arabien und andere Golf-Staaten gehen seit vergangenen März gemeinsam mit jemenitischen Truppen gegen die Huthi-Rebellen vor. Die Militärallianz unterstützt die Regierung von Abd Rabbu Mansur Hadi, der vor den Rebellen nach Saudi-Arabien geflohen war. Dabei werden auch immer wieder zivile Ziele getroffen.

kry/Reuters/AFP



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