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Krieg im Jemen: USA beschleunigen Waffenlieferungen an Saudi-Arabien

Saudi-arabische Soldaten an der Grenze zum Jemen: "Operation Entscheidungssturm" stockt Zur Großansicht
REUTERS

Saudi-arabische Soldaten an der Grenze zum Jemen: "Operation Entscheidungssturm" stockt

Saudi-Arabiens Militäroperation im Jemen zeigt bislang kaum Erfolge: Die Huthi-Miliz kontrolliert weiterhin große Teile des Landes, außerdem ist al-Qaida auf dem Vormarsch. Nun wollen die USA ihre Hilfe verstärken.

Seit knapp zwei Wochen bombardiert die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die Huthi-Miliz Ziele im Jemen. Die US-Regierung will ihre Unterstützung für die "Operation Entscheidungssturm" nun verstärken.

"Wir haben Waffenlieferungen beschleunigt, wir haben den Austausch von Geheimdienstinformationen intensiviert, und wir haben einen gemeinsamen Koordinierungs- und Planungsstab im saudischen Einsatzführungskommando eingerichtet", sagte Antony Blinken, Vize-Außenminister der USA, bei einem Besuch in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad.

"Saudi-Arabien macht den Huthis und ihren Verbündeten deutlich, dass sie den Jemen nicht gewaltsam überrennen können", sagte Blinken weiter.

Bislang ist es dem Militärbündnis, zu dem sich insgesamt zehn Staaten zusammengeschlossen haben, allerdings nicht gelungen, den Vormarsch der Huthi-Rebellen zu stoppen. Gemeinsam mit Kämpfern, die den 2012 gestürzten Ex-Staatschef Ali Abdullah Saleh unterstützen, sind die Aufständischen weiter in das Zentrum der Hafenstadt Aden vorgedrungen.

Qaida-Kämpfer erobern Grenzposten

Auch Hudaida, eine strategisch wichtige Hafenstadt am südlichen Ende des Roten Meeres, befindet sich noch immer unter Kontrolle der Huthis, ebenso wie die Militärbasis Anad im Südjemen, auf der bis vor wenigen Wochen noch US-Soldaten stationiert waren.

Dagegen profitiert offenbar die Terrororganisation al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) von den Kämpfen im Jemen. Qaida-Kämpfer haben den Grenzposten Manwakh, etwa 440 Kilometer nordöstlich von Sanaa eingenommen. Bei dem Angriff im unwegsamen Hadramaut-Gebirge töteten die Dschihadisten mindestens zwei Soldaten. In der vergangenen Woche hatten Qaida-Milizionäre bereits den Hafen Mukalla angegriffen und einen Präsidentenpalast in der Stadt gestürmt.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind bei den Kämpfen im Jemen bislang mindestens 549 Menschen getötet worden, darunter 74 Kinder. Das Rote Kreuz hat große Schwierigkeiten, Hilfe in das Land zu bringen. Saudi-Arabien, das den Luftraum über Jemen kontrolliert, gibt Hilfsflugzeugen nur zögerlich Landegenehmigungen. Am Mittwoch sollen zwei Maschinen mit 48 Tonnen medizinischen Hilfsgütern in der Hauptstadt Sanaa landen.

Die Hafenstadt Aden ist dagegen weitgehend von Hilfe abgeschnitten. In vielen Bezirken gibt es seit einer Woche kein Wasser mehr, Krankenhäusern gehen die Medikamente aus, die Versorgung mit Lebensmitteln ist unzureichend.

syd/Reuters/AP

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insgesamt 56 Beiträge
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1. Hier wird, wie so häufig
karljosef 08.04.2015
versucht, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben! Die Kriegsindustrie der USA wird laut jubeln!
2. merkwürdig...
Spiegelleserin57 08.04.2015
seit wann nennt man Waffenlieferungen Hilfe? Wieder kommen Zivilisten zu Schaden.
3. Und so machen Amis was die wollen
michau2000 08.04.2015
Die Amis stecken in der Krise. Was bringt genug Geld? Waffen! Jetzt wissen wir warum immer neue Konflikte entfachen, Ukraine, Jemen, Israel, IS. DIE kackamis profitieren vom Krieg. Aber der Durchschnittsdummer Deutscher wird weiterhin glauben, die Russen sind Schuld, die Kurden sind schuld etc. Viel Spaß in eurer flachen Welt.
4. Die USA werden
joha0412 08.04.2015
keine Finanz- und Waffenmittel scheuen bis endlich der gesamte mittlere Osten brennt. Vom Mittelmeer / Schwarzen Meer bis zum Indischen Ozean ein einziger Kriegsschauplatz. Das ist gut fürs Geschäft und für die amerikanische Version von Demokratie.
5. Die saudische Armee...
fatherted98 08.04.2015
...steht nicht gerade im Ruf einer tapfer kämpfenden Truppe. Die meisten Führungsleute sind ausländische Söldner die man teuer eingekauft hat...die aber wohl ihren Job nicht allzu ernst genommen haben...kein Wunder...ein bewaffneter Konflikt war bisher nicht absehbar. Im übrigen, so zeigt die Erfahrung in Afghanistan...gegen eine Partisanentruppe ist mit moderner Waffentechnik kein Krau gewachsen...Straßenkampf ist eben nur Mann gegen Mann möglich...und das kein saudischer Soldat große Lust hat sich erschießen zu lassen...ist ja wohl durchaus verständlich.
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