Vermeintliches Beweismaterial Pentagon präsentiert nach Jemen-Einsatz altes Terror-Video

Die US-Regierung verteidigt den Jemen-Einsatz mit der Sicherung von "sensiblem Material". Das Pentagon präsentiert ein beschlagnahmtes Terror-Video. Doch das ist laut Experten schon zehn Jahre alt.

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Ein Video des Terrornetzwerks al-Qaida sollte ein Beweis dafür sein, dass der umstrittene Einsatz des US-Militärs im Jemen doch nicht erfolglos war. Man habe sensibles Material sichergestellt, hieß es nach der Kommandoaktion - das Verteidigungsministerium veröffentlichte ein Video. Nun stellt sich heraus: Das Material ist veraltet. Das Pentagon löschte inzwischen die Clips von der Seite und räumte den Fehler ein.

Der von Extremisten stammende Film sei wieder von der Webseite genommen, weil man nicht den Eindruck erwecken wolle, dass man alte Aufnahmen für neue ausgebe, sagte ein Sprecher. Das Video wurde nach Militärangaben bei dem jüngsten Einsatz im Süden des Jemen entdeckt. Experten schätzen, dass die Aufnahmen zehn Jahre alt sind. Ein Sprecher sagte, die Aufnahmen hätten dennoch einen Wert. Sie zeigten, wer al-Qaida sei und welche Ziele die Extremistenorganisation verfolge.

Bei dem Einsatz kam ein US-Soldat ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Zudem starben mehrere Zivilisten, darunter auch Kinder. Ranghohe Mitarbeiter des US-Militärs hatten nach dem Einsatz scharfe Kritik geäußert: Sie warfen Donald Trump vor, er habe der Operation zugestimmt, obwohl die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen waren.

Es war der erste Einsatz eines US-Spezialkommandos, den Donald Trump als US-Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Auftrag gab.

mho/dpa/Reuters



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