Bürgerkrieg Politischer Anführer der Huthi-Rebellen im Jemen getötet

Der Chef des Obersten Politischen Rats der Huthi-Rebellen ist bei einem Luftangriff getötet worden. Das meldete ein TV-Sender der Rebellen.

Saleh al-Sammad (3.v.l.)
REUTERS

Saleh al-Sammad (3.v.l.)


Im Jemen ist der politische Anführer der Huthi-Rebellen, Saleh al-Sammad, getötet worden. Nach Angaben des von Huthi geführten TV-Senders Al-Masirah TV ist er in der vergangenen Woche bei einem Luftangriff der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition ums Leben gekommen. In einer Erklärung der Rebellen hieß es, er sei zum Märtyrer geworden.

Seit mehr als drei Jahren tobt der Bürgerkrieg im Jemen. Die schiitischen Huthi-Rebellen werden von Iran unterstützt und kämpfen gegen die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition. Der Jemen ist zum Ort eines Stellvertreterkonflikts zwischen Saudi-Arabien und Iran geworden. Seit Beginn des Kriegs wurden fast 10.000 Menschen getötet. Weltweit gilt der Konflikt als die schlimmste humanitäre Krise.

Tausende Zivilisten getötet

Bei den Luftangriffen der Militärkoalition wurden bislang Tausende Zivilisten getötet, auch weil Trauerfeiern, Hochzeiten und Märkte immer wieder Ziele der Bombardements durch die Kampfflugzeuge werden. Zuletzt wurden nach Angaben des jemenitischen Gesundheitsministeriums am Montag mindestens 20 Menschen bei einer Hochzeit getötet.

Die Huthi-Rebellen beherrschen weite Teile im Norden und Westen des Jemen, unter anderem auch die Hauptstadt Sanaa.

Sammad war der Chef des Obersten Politischen Rats und zuletzt der Chef des politischen Arms der Rebellen. Er galt als relativ moderat. In der Vergangenheit plädierte er mehrfach für einen Kompromiss mit dem früheren Staatschef Abd Rabbuh Mansur Hadi. Saudi-Arabien hatte ein Kopfgeld von 20 Millionen Dollar auf Sammad ausgesetzt. Nach dem Anführer der Huthis, Abdul-Malik Badreddin al-Huthi, galt er in Saudi-Arabien als zweitwichtigste Figur der Rebellen.

Sammad war einer der Wortführer der Rebellen in der Öffentlichkeit. Anführer Huthi tritt nur selten öffentlich auf. "Dieses Verbrechen wird nicht ohne Antwort bleiben", sagte der Rebellenführer zum Tod des politischen Chefs.

Vor Kurzem hatte Sammad das laufende Jahr zum "Jahr der Raketen" erklärt. Damit spielte er auf die Raketenangriffe seiner Gruppierung gegen Saudi-Arabien an. Seit November schossen die Huthi-Rebellen mehrere Raketen auf das Nachbarland ab, die dort aber jeweils abgefangen wurden.

höh/syd/AFP/Reuters



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