Krieg im Jemen Rakete auf Riad - saudi-arabische Koalition beschuldigt Iran

Eine Rakete aus dem Jemen kam dem Flughafen in Riad gefährlich nahe. Saudi-Arabien warnt nun Iran, den Verbündeten der Huthi-Rebellen: Der Angriff könne als "kriegerischer Akt" aufgefasst werden.

Sanaa, Jemen
DPA

Sanaa, Jemen


Der Ton zwischen Saudi-Arabien und Iran wird schärfer: Das von Riad geführte Militärbündnis, das seit zweieinhalb Jahren gegen die Huthi-Rebellen im Jemen kämpft, machte die Regierung in Teheran für einen Raketenabschuss am Wochenende verantwortlich.

Die saudi-arabische Luftwaffe hatte eigenen Angaben zufolge eine Rakete nordöstlich von Riad abgefangen. Das Geschoss kam dem internationalen Flughafen gefährlich nahe. Es handelte sich um den ersten gezielten Raketenangriff der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabiens Hauptstadt. Das Militärbündnis reagierte mit einer Reihe von Luftangriffen auf Sanaa, die von den Rebellen gehaltene Hauptstadt des Jemen.

Die Regierung Riad wirft Erzfeind Iran vor, die Rebellen zu unterstützen. Der Raketenabschuss könne als "kriegerischer Akt" aufgefasst werden, teilte die saudi-arabische Koalition mit und drohte mit einem Vergeltungsschlag. Irans Unterstützung der Rebellen sei ein "Akt der Aggression gegen ein Nachbarland, der den Frieden und die Sicherheit in der Region" gefährde, hieß es aus Riad.

Die schiitischen Huthi-Rebellen kämpfen im Jemen seit Anfang 2015 gegen Regierungstruppen. Saudi-Arabien führt seit März 2015 eine Militärkoalition an, die im Jemen Luftangriffe auf die Rebellen fliegt. Nach Uno-Angaben wurden in dem Konflikt bislang mehr als 8600 Menschen getötet.

cte/AP/AFP



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