Bruch der Waffenruhe Jemenitische Truppen erobern Städte von Huthi-Rebellen zurück

Die Friedensbemühungen im Jemen haben einen schweren Rückschlag erlitten: Truppen des Präsidenten eroberten zwei Städte von den Huthi-Rebellen zurück, die Friedensgespräche in der Schweiz stocken.

Regierungstreue Soldaten: Unterstützung aus der Luft durch saudi-arabisch geführte Militärkoalition
REUTERS

Regierungstreue Soldaten: Unterstützung aus der Luft durch saudi-arabisch geführte Militärkoalition


Regierungstreue Kräfte haben im Nordjemen zwei Städte von den Rebellen zurückerobert. Innerhalb von 24 Stunden fielen zunächst die Stadt Harad und dann Hasm, die Hauptstadt der Provinz Dschawf, teilte ein Militärsprecher am Freitag mit. Dabei seien Dutzende Aufständische getötet worden.

An den Kämpfen gegen die schiitischen Huthi-Rebellen waren Truppen des Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi beteiligt. Bei der Einnahme von Harad wurden sie aus der Luft von der von Saudi-Arabien angeführten arabischen Militärkoalition unterstützt.

Die Militärkoalition hatte eigentlich eine Waffenruhe ausgerufen, die am Dienstag begann und eine Woche dauern sollte. Sie erweist sich zunehmend als brüchig. Die jemenitische Regierung und ihre regionalen Verbündeten wollten mit der Waffenruhe die parallel stattfindenden Friedensgespräche in der Schweiz unterstützen.

Huthi-Rebellen boykottieren Friedensgespräche

Die Rebellenvertreter erschienen am Freitag nicht zu einer vereinbarten Sitzung der Friedensgespräche, die in Magglingen unweit der Hauptstadt Bern unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. "Wir haben auf sie gewartet und sie sind nicht erschienen", sagte ein Vertreter der Regierungsdelegation.

Die Vertreter der Rebellen hätten schon am Vorabend "Bedenken angemeldet". Uno-Sprecher Ahmad Fawzi wollte sich nicht zu der Frage äußern, warum die Rebellen die Gespräche boykottieren.

Der jemenitische Staatschef Hadi war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen im März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. Seitdem fliegt die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition Luftangriffe. Ziel sind mutmaßliche Stellungen der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten.

In dem Konflikt wurden nach Uno-Angaben mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Zivilisten. Mehr als 27.000 weitere Menschen wurden verletzt. Nach wie vor kontrollieren die Aufständischen Sanaa und andere Gebiete.

sun/AFP

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