Saudi-arabische Kampfjets Bombenangriff im Jemen - mindestens 35 Tote

Saudi-Arabien hat erneut Luftangriffe im Jemen geflogen. Mindestens 35 Menschen wurden bei einer Attacke auf die Huthi-Miliz getötet, darunter viele Zivilisten.

Luftangriffe in Sanaa: Auch Jemens Hauptstadt ist Ziel der Angriffe
REUTERS

Luftangriffe in Sanaa: Auch Jemens Hauptstadt ist Ziel der Angriffe


Sanaa - Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition hat die sechste Nacht in Folge Angriffe auf Stellungen der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen geflogen. Bei einer Attacke von Kampfjets gegen einen Kontrollpunkt rund 140 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa wurden mindestens 35 Menschen getötet. Das berichteten saudi-arabische Sicherheitsquellen.

Rund 20 Opfer seien Kämpfer der Rebellen gewesen, weitere 15 Zivilisten. Dutzende Menschen wurden demnach bei dem Angriff in der Stadt Jarim verletzt. Bombardiert worden seien auch Ziele in Sanaa und im Hafen der Stadt Al-Hudaida, meldete der von Saudi-Arabien finanzierte TV-Sender Al-Arabija.

Es gehe bei den Luftangriffen darum, die Bewegungsfreiheit der Huthis zu blockieren, wurde ein hoher saudischer General zitiert. Außerdem sollten die Häfen unter Kontrolle gebracht werden, um Waffenschmuggel zu verhindern. In den vergangenen Tagen seien bereits Raketenbasen und ein Waffenlager zerstört worden.

In der vergangenen Nacht hatte die von den Saudis angeführte Koalition auch ein Flüchtlingslager im Norden Jemens bombardiert. Dabei kamen nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mindestens 29 Menschen ums Leben. Die Internationale Organisation für Migration sprach von 40 Toten und 200 Verletzten. Saudi-Arabiens Armee will jedoch nicht gewusst haben, dass in dem angegriffenen Gebiet ein Flüchtlingslager ist.

Seit Donnerstag fliegt Saudi-Arabien Angriffe im Jemen. Ziel der Militärkoalition, an der sich neun weitere Staaten beteiligen, ist es, die Huthi-Rebellen zu vertreiben, die in den vergangenen Monaten große Teile des Jemen erobert und Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi aus dem Land vertrieben hatten.

Video: Viele Tote bei Luftangriff auf Flüchtlingslager

als/dpa

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Racer77 31.03.2015
1. Wie muss man das nun interpretieren?
Sind das nun gute oder schlechte tote Zivilisten? Bzw. war das ein "guter Angriff"? Mal abwarten, ob hier auch der Maßstab angelegt wird, den man bei der syrischen Armee und deren Luftangriffen auf IS-Kämpfer und damit verbundenen zivilen Opfern genutzt hat.
Lea S. 31.03.2015
2. Wieder werden Zivilisten getötet
.........und keinen scheint das Töten zu stören. Da haben Houthis - Jemeniter wohl gesagt und keine aus dem Ausland eingeschmuggelten ISIS - Kämpfer - ihre mit dem ISIS und Al Kaida verwanzten Regierung gestürzt. W schauen ruhig zu, wie diese korrupte Regierung durch Saudi Arabien und andere Despoten Staaten - alles wohlgemerkt Finanziers und Unterstützer von ISIS - die Rebellen nur aus dem Grunde, weil es anscheinend Schiiten sind, bombardieren. Wieder werden Zivilisten massenweise getötet weil die falsche Religionssekte an die Macht kam.
observer2014 31.03.2015
3. Zivilisten?
Ich hatte vor kurzem gelesen, dass es in Jemen mehr Schusswaffen als Einwohner gibt, inklusive Greise und Säuglinge. Außerdem konnte ich hier in SPON lesen, dass im Jemen Bürgerkrieg herrschen würde. Wer giilt in einem Bürgerkrieg im eigentlichen Sinne als Zivilist und wer als Kämpfer? Die islamischen Staaten, in denen nicht nur übermäßig viele Schuss- und Kriegswaffen in den Händen sogenannter Milizen gefallen sind und in denen der religiöse Wahn um sich greift, hatten viele Jahre Zeit, der Arbeitslosigkeit und Pespektivlosigkeit ihrer überwiegend jugendlichen und stark wachsenden Bevölkerung durch Bildung und wirtschaftliche Reformen eine Lebens- und Zukunftsperspektive zu geben. Wenn stattdessen sich die Mächtigen, die eigen und die Taschen ihrer Clans voll Geld füllen und / oder für zig Milliarden Kriegsgerät im Ausland kaufen, anstatt in Bildung und Arbeitsplätze zu investieren, ist es nach meiner Meinung nur eine Frage der Zeit, bis sich der angestaute Frust in bewaffneten Auseinandersetzungen entlädt. Da die islamischen Staaten Demokratie Meinungsfreiheit und Menschenrechte im eigentlichen Sinne erst noch lernen müssen, was eher noch Jahrhunderte dauern dürfte, ändert sich am System der Unterdrückung durch Gewaltherrscher und Tyrannen nichts. Vor diesem Hintergrund kann ich es gut nachvollziehen, dass auch die Bürgerkriegs-Beteiligten im Jemen genug vom irdischen perspektivlosen Leben haben und sich davon machen. Wir im Westen sollten sie nicht davon abhalten. Was ist das schon für ein Leben, ohne Freiheit, ohne Einkommen und Geld und vor allem ohne Aussicht auf Besserung?
ichbinich123 31.03.2015
4. Saudi Luftwaffe
soso, sind es wirklich saudische Piloten die dort Angriffe fliegen? Denn in UEA wird ja seit Jahrzehnten alles von Ausländern und Gastarbeitern erledigt. Die Bevölkerung muss weder Arbeiten noch sich sonnst irgendwie anstrengen. Ich bezweifle daher dass es tatsächlich die Saudische Armee ist die im Jemen mit ausländischen Jets Angriffe fliegt. Diese Erkenntnis lässt schlimmes vermuten.
Beetulli 31.03.2015
5. Auch ich vermisse
die "Besorgnis" des Westens und den Ruf nach Sanktionen gegen den Angriff der SA-Koalition auf das Nachbarland Jemen. Offenbar schon alle im Osterurlaub, da kann man leider nichts machen.
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