Jemen Verletzte Kinderrechte - Uno geißelt saudi-arabische Koalition

Die Uno beklagt schwere Verstöße gegen Kinderrechte im Jemen. Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis, das auch Schulen und Krankenhäuser angegriffen haben soll.

Unterernährtes Kind im Krankenhaus von Sanaa, Jemen
ARHAB/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Unterernährtes Kind im Krankenhaus von Sanaa, Jemen


Die Vereinten Nationen (Uno) werfen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen vor, Kinderrechte zu verletzen. Deshalb soll das Bündnis auf die jährliche schwarze Liste der Uno aufgenommen werden.

Die Koalition sei allein im vergangenen Jahr für den Tod von 683 Kindern verantwortlich gewesen, hieß es in einem Entwurf des Berichts, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

38 Mal habe die Militärkoalition demnach Schulen oder Krankenhäuser angegriffen. In dem Berichtsentwurf wurde allerdings auch angemerkt, dass die Militärkoalition sich mittlerweile bemühe, Kinder besser zu schützen.

Anderen Akteuren im Konflikt wirft die Uno hingegen vor, sich überhaupt nicht für den Schutz von Minderjährigen einzusetzen - so etwa den Regierungstruppen im Jemen, dem Ableger des Terroristennetzwerks Al-Kaida in der Region und den Huthi-Rebellen.

Das jetzt kritisierte Militärbündnis stand schon einmal auf der schwarzen Liste. Allerdings: Saudi-Arabien gehört zu den 47 Mitgliedern des Uno-Menschenrechtsrates und erreichte gemeinsam mit seinen Verbündeten im vergangenen Jahr, dass die Koalition wieder von der Liste gestrichen wird. Riad drohte damals, Gelder für Uno-Hilfsprogramme zu streichen.

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch drängten die Uno, diesen Schritt rückgängig zu machen. In der vergangenen Woche hatte der Uno-Menschenrechtsrat eine internationale Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Jemen beschlossen. Saudi-Arabien wollte bis zuletzt genau dies verhindern.

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Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen seit drei Jahren gegen Truppen des Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis Luftangriffe gegen mutmaßliche Stellungen der Rebellen. Dabei trägt Riad eine wesentliche Verantwortung dafür, dass die Lage in dem Land eskaliert ist (mehr über die Hintergründe des Konflikts lesen Sie hier). Seit dem verheerenden Ausbruch der Cholera hat sich die Situation für die Menschen im Land weiter verschlechtert.



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