Bürgerkrieg Uno verkündet neue Waffenruhe im Jemen

Für mindestens 72 Stunden sollen die Waffen im Jemen schweigen: An die neue Feuerpause wollen sich nach Angaben der Vereinten Nationen alle Beteiligten halten.

Angriff bei Sanaa
AP

Angriff bei Sanaa


Die Vereinten Nationen haben eine neue Waffenruhe im Bürgerkriegsland Jemen angekündigt. Ab Mittwochnacht würden die Waffen still stehen, teilte der Uno-Sonderbeauftragte für den Jemen mit.

Die Feuerpause gelte zunächst für 72 Stunden mit der Option auf Verlängerung, sagte Ismail Ould Sheikh Ahmed. Er habe von "allen jemenitischen Parteien" die Zusicherung erhalten, dass sie sich an die Waffenruhe halten würden.

Im Bürgerkrieg zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten sunnitischen Regierung und den schiitischen Huthi-Rebellen sind seit März 2015 mehr als 4000 Zivilisten getötet worden. Die Kämpfe lösten zudem eine schwere humanitäre Krise in dem verarmten Staat aus (mehr Hintergründe zum Krieg im Jemen lesen Sie hier).

Allein am 8. Oktober waren mindestens 140 Menschen bei einem verheerenden Angriff auf eine Trauerfeier in der Hauptstadt Sanaa getötet worden. Die Saudi-arabische Militärkoalition bekannte sich später zu dem Angriff und berief sich auf "falsche Informationen" der jemenitischen Verbündeten.

Seitdem war international der Druck gestiegen, in dem Konflikt zu einer Waffenruhe zurückzukehren. Am Sonntag rief beispielsweise US-Außenminister John Kerry nach Gesprächen mit europäischen Kollegen in London die Konfliktparteien zu einer neuen Waffenruhe und Verhandlungen auf.

Der Uno-Sondergesandte bezeichnete die neue Waffenruhe als Wiederaufnahme einer Feuerpause vom 10. April, die später zusammengebrochen war. Die neue Waffenruhe werde "der jemenitischen Bevölkerung weiteres Blutvergießen ersparen und erlauben, die Lieferung humanitärer Hilfe auszuweiten".

aar/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.