Jemen: US-Drohnen töten mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer

Die US-Armee hat bei Drohnenangriffen im Jemen offenbar mindestens 64 mutmaßliche al-Qaida-Terroristen getötet. Das jemenitische Militär wurde vorab nicht informiert. Menschenrechtsgruppen kritisieren den zunehmenden Einsatz der Kampfdrohnen scharf.

Mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer im Jemen: Mehrere Anführer sollen getötet worden sein Zur Großansicht
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Mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer im Jemen: Mehrere Anführer sollen getötet worden sein

Sanaa/Hamburg - Die US-Armee weitet ihren Drohnenkrieg gegen militante Islamisten im Jemen aus. Dabei sollen in den vergangenen drei Tagen mindestens 64 mutmaßliche al-Qaida-Terroristen getötet worden sein. Das berichtet der amerikanische Nachrichtensender CNN unter Berufung auf hochrangige jemenitische Militärvertreter. Die US-Armee wollte die Meldung zunächst nicht bestätigen.

Bei den jüngsten Angriffen sollen mindestens fünf ferngesteuerte Drohnen eingesetzt worden sein. Die Luftschläge hätten sich gegen Ziele in den südjemenitischen Provinzen Abyan und al-Baida gerichtet. Die Region gilt seit geraumer Zeit als Rückzugsgebiet für Kämpfer des al-Qaida-Netzwerks. Unter den getöteten Aufständischen sollen sich mehrere Kommandeure der Terrorgruppe befinden, erklärte ein Provinzgouverneur.

Laut CNN führte die US-Armee die Angriffe durch, ohne das jemenitische Militär vorher davon in Kenntnis zu setzen. "Wir erfuhren erst nach den Angriffen davon", sagte ein Mitglied des Militärkomitees in Sanaa dem Sender.

Al-Qaida hält jemenitische Soldaten als Geiseln

Jemenitische Menschenrechtler kritisierten die Drohnenangriffe scharf. Mutmaßliche Terroristen dürften nicht außergerichtlich getötet werden, sondern müssten die Gelegenheit bekommen, sich in einem Verfahren zu verteidigen, erklärte der Sprecher einer Menschenrechtsorganisation in Sanaa.

Weite Landstriche im Südjemen befinden sich seit Monaten außerhalb der staatlichen Kontrolle und werden von Gruppen beherrscht, die sich der Terrororganisation "al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" angeschlossen haben. In den vergangenen Wochen sind bei Gefechten mit al-Qaida-Kämpfern in der Provinz Abyan etwa 200 jemenitische Soldaten getötet worden. 72 Angehörige der Regierungstruppen befinden sich noch immer in Geiselhaft.

Im Kampf gegen islamistische Terroristen im Jemen setzt die US-Armee seit Jahren Drohnen ein. Im vergangenen Jahr wurde dort der al-Qaida-Prediger Anwar al-Awlaki von einem unbemannten Flugobjekt getötet. Der amerikanische Staatsbürger galt als einer der meistgesuchten Terroristen der Welt.

syd/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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1. So langsam scheint's durchzusickern
Duzend 12.03.2012
Zitat von sysopDie US-Armee hat bei Drohnenangriffen im Jemen offenbar mindestens 64 mutmaßliche al-Qaida-Terroristen getötet. Das jemenitische Militär wurde vorab nicht informiert. Menschenrechtsgruppen kritisieren den zunehmenden Einsatz der Kampfdrohnen scharf. Jemen: US-Drohnen töten mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820849,00.html)
Dass die Keimzelle der antiwestlichen Absprachen Anno 2000 irgendwie im Jemen zu verorten gewesen sei, wusste Kevin Fenton schon vor gut einem Jahr in seinem lesenswerten Buch "Disonnecting the Dots" zu berichten. Nur dass damals der NSA die CIA nicht an all ihren Erkenntnissen teilhaben lassen wollte. Ganz zu schweigen vom FBI, das erst als allerletzte Instanz in Kenntnis gesetzt wurde.
2. Traurig...
gott777 12.03.2012
Traurig, daß man immer mehr dazu übergeht "mutmaßliche" Terroristen zu töten anstatt sie festzunehmen und ihnen ein Gerichtsverfahren zu gewähren, wie es nach Menschenrechten eigentlich jedem zusteht. Diese Mißachtung von Menschenleben bei Terroristen ist verachtenswert aber bei dem Wort "mutmaßlich" wird mir auch richtig schlecht. Und das dann noch in Hoheitsgebiet eines anderen Landes ohne dessen Einwilligung? Sehr bedenkenswert...
3. Ja ja - klar! Sicher waren das Al-Kaida Mitglieder
mohsensalakh 12.03.2012
Zitat von sysopDie US-Armee hat bei Drohnenangriffen im Jemen offenbar mindestens 64 mutmaßliche al-Qaida-Terroristen getötet. Das jemenitische Militär wurde vorab nicht informiert. Menschenrechtsgruppen kritisieren den zunehmenden Einsatz der Kampfdrohnen scharf. Jemen: US-Drohnen töten mutmaßliche al-Qaida-Kämpfer - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820849,00.html)
Ja wenn mann so subjektiv und unwahr Berichte erstattet, dann gewinnt man ein heiliges Bild von der USA. USA, das Land, welches uns vor den bösen Terroristen befreit! Die Wahrheit ist aber anders! Jemens lebenslange Diktator ist vor dem Zorn der Revolten der eigene Bevölkerung in die USA abgehauen. Der Stellvertretter des alten Präsidenten, welcher mittlerweile der Nachfolge des alten Präsidenten ist, wird natürlich von der Mehrheit der Bevölkerung nicht akzeptiert. Diese wollen freie Wahlen, welche von USA nicht tolleriert wird. USA hilft nun die Armee des Dikators, in dem er die Aufständischen einfach abschießt. Dank Spiegel-Online und weitere kontrollierten Medien, werden diese natürlich einfach nur als Al-Kaida bezeichnet und somit den Lesern eine Legitmation herbei gezaubert. Der Autor dieser Artikel sollte sich schämen, denn mit jedem Wort sympathisiert er sich mit katblutiges Vorgehen eines imperialistischen Macht, welches die meiste Kriege in der Geschichte der Menschheit führt und geführt hat!
4. Menschenrechtsgruppen
cooner 12.03.2012
Zitat von DuzendDass die Keimzelle der antiwestlichen Absprachen Anno 2000 irgendwie im Jemen zu verorten gewesen sei, wusste Kevin Fenton schon vor gut einem Jahr in seinem lesenswerten Buch "Disonnecting the Dots" zu berichten. Nur dass damals der NSA die CIA nicht an all ihren Erkenntnissen teilhaben lassen wollte. Ganz zu schweigen vom FBI, das erst als allerletzte Instanz in Kenntnis gesetzt wurde.
Kann SPON nicht endlich einmal auf WErwähnung dieser hilflosen, ohnmächtigen Protestierer verzichten? Sie erreichen und bewirken nichts; zudem sind sie stets anonym.
5. Bei diesen Al Kaida Menschen
meisterraro 12.03.2012
frage ich mich immer, ob sie wirklich glauben, das sei ein Jihad, was sie machen, oder ob ihnen nicht doch bewusst ist, dass sie den Namen Gottes missbrauchen für ihre eigenen Rachefeldzüge. Überall, wo diese Menschen aktiv sind, herrschen Hunger und Armut. Das müsste ihnen doch zu denken geben. Der Koran verurteilt Kriegstreiberei und sagt immer wieder, dass diejenigen Gott am nächsten sind, die gute Werke tun, versöhnen und Frieden stiften. Sie machen das Gegenteil, obwohl nie ein Befehl zum Kampf von Gott an sie ergangen ist.
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