Kommandoaktion im Jemen US-Militär räumt zivile Opfer ein

Nach eigenen Angaben hatte das US-Militär bei einem Angriff im Jemen 14 Terroristen getötet. Bei der Kommandoaktion sind jedoch auch Zivilisten ums Leben gekommen, gab ein Sprecher nun zu.


Das US-Militär hat eingeräumt, dass es bei der Kommandoaktion auf einen Stützpunkt der Terrororganisation "Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" (AQAP) am Sonntag auch zivile Opfer gegeben hat. Bei dem Einsatz seien "bedauerlicherweise" wahrscheinlich mehrere Zivilisten getötet worden, hieß es in einer Mitteilung. Darunter seien möglicherweise auch Kinder. Es war der erste Angriff im Jemen unter der Präsidentschaft von Donald Trump.

Nach Darstellung des US-Militärs mische das Terrornetzwerk Qaida regelmäßig Frauen und Kinder unter Kämpfer in Lagern und Stellungen. "Und das macht Fälle wie diesen so besonders tragisch", wurde ein Sprecher von Central Command zitiert.

Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben 14 Extremisten getötet. Mediziner vor Ort sprachen von 30 Toten, darunter zehn Frauen und Kinder. Bei dem Einsatz kam auch ein US-Elitesoldat ums Leben. Er wurde am Mittwoch beigesetzt, Trump kam überraschend auch zu der Trauerfeier.

Unter den toten Kindern soll sich die achtjährige Noura al-Awlaki befinden. Sie ist die Tochter des in den USA geborenen Qaida-Kommandeurs Anwar al-Awlaki. Er war 2011 bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet worden.

Der Angriff war der erste Einsatz eines US-Spezialkommandos im Jemen seit Dezember 2014. In den vergangenen Jahren hat die US-Armee Dutzende Drohnenangriffe gegen mutmaßliche AQAP-Stellungen durchgeführt. Dabei wurden Hunderte Menschen getötet - Kämpfer wie Zivilisten.

max/Reuters/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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larsmach 02.02.2017
1. Die bombardieren doch nicht das Land und verhängen zugleich ein Einreiseverbot
Die USA bombardieren doch nicht etwa Ziele im Jemen und verhängen zugleich ein Einreiseverbot gegen sämtliche jementischen Einwohner, vom Baby bis zum Greis!? - Wie perfide ist das denn..? Viele Jemeniten wird so etwas auf die Palme bringen; Hass hat wieder Konjunktur!
ackergold 02.02.2017
2.
Die Frage ist nicht, wieviele zivile Opfer des US-Bombardements es nun eigentlich gab, sondern die Frage ist, wie Trump die Opfer zu entschädigen bereit ist. Wer keinen sauberen Krieg führen kann, der muss eben zahlen, oder das Kriegführen sein lassen.
ackergold 02.02.2017
3. Trumplogik
Zitat von larsmachDie USA bombardieren doch nicht etwa Ziele im Jemen und verhängen zugleich ein Einreiseverbot gegen sämtliche jementischen Einwohner, vom Baby bis zum Greis!? - Wie perfide ist das denn..? Viele Jemeniten wird so etwas auf die Palme bringen; Hass hat wieder Konjunktur!
Sie nehmen doch nicht ernsthaft an, dass Trump in der Lage wäre, zwei getrennte Fakten konsequenz zu verknüpfen. Für ihn stellt sich lediglich die Frage, wann können wir anfangen zu bombardieren. Nach dem Bombardement kommt die nächste Frage, nämlich "Wie kann man die Überlebenden eliminieren". Dass Krieg Flüchtlingsströme zur Folge hat, übersteigt seinen Horizont ganz offensichtlich. Und Flüchtlinge nennt er ja stets "illegal immigrants".
fallobst24 02.02.2017
4.
Zitat von ackergoldDie Frage ist nicht, wieviele zivile Opfer des US-Bombardements es nun eigentlich gab, sondern die Frage ist, wie Trump die Opfer zu entschädigen bereit ist. Wer keinen sauberen Krieg führen kann, der muss eben zahlen, oder das Kriegführen sein lassen.
Und wer genau wird ihn oder Saudi Arabien etc. dazu zwingen? Sie? Merkel? Die EU? Das ist doch naives Wunsch-Denken. Genau wie in der Vergangenheit wird nix passieren. Genauso wie bei Obama auch nix passiert ist, obwohl er den traurigen Rekord trägt allein im letzten Jahr 26171 Bomben abgeworfen zu haben.
dasdondel 02.02.2017
5.
---Zitat--- Wer keinen sauberen Krieg führen kann ---Zitatende--- Also ein "sauberer" Krieg wäre in Ordnung ? Hier wird angefangen zu rechnen, wie viele zivile Opfer denn erlaubt sind. Zivilisten als Schutzschild wird noch als Argument benutzt... Das ist eine perverse Verdrehung der Tatsachen. Die USA treten auch im Jemen wieder mal als aggressive Invasoren auf. Es gibt kein Recht der USA Menschen im Jemen zu ermorden - auch nicht wenn sie diese Menschen als Al-Quaida bezeichnet. Denn was heisst das schon ? Die USA bezeichnen doch jeden als Terroristen, wenn er Ihnen nicht in den Hintern kriecht.
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