Jemen Mehr als 40 Tote bei Anschlägen auf Militär

Bei mehreren Selbstmordanschlägen auf Soldaten im Süden des Jemen sind Dutzende Menschen getötet worden. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu den Angriffen.


Bei einer Serie von Anschlägen sind im Jemen mehr als 40 Menschen getötet worden. Mehr als 30 weitere Menschen seien am Montag bei den Bombenexplosionen in der Stadt Mukalla im Südosten des Landes verletzt worden, sagten Vertreter der lokalen Sicherheitskräfte.

Zwei Selbstmordattentäter hätten sich in Mukalla, ehemals Hochburg des Terrornetzwerks al-Qaida, in die Luft gesprengt. Weitere Bomben seien am Sitz des Geheimdiensts und an zwei anderen Orten der Stadt explodiert. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu der Anschlagserie und sprach von 50 Toten.

Nach Angaben von Sicherheitskräften sprengte sich zunächst zeitgleich an drei Kontrollpunkten je ein Attentäter in die Luft. Dort schlugen die Angreifer zu, als die Soldaten am Abend gerade das Fastenbrechen begingen. Einer der Attentäter fragte demnach die Streitkräfte noch, ob er mit ihnen essen dürfe, bevor er sich in die Luft sprengte. Wenig später gab es eine vierte Attacke am Eingang eines Militärcamps, dort schlugen zwei Selbstmordattentäter zu. Insgesamt wurden mindestens 40 Soldaten sowie eine Frau und ein Kind getötet, sagte der höchste Gesundheitsbeamte der Provinz Hadramaut, deren Hauptstadt Mukalla ist.

Al-Qaida und der IS haben ihre Macht ausgeweitet

Wie das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site berichtete, bekannte sich der IS zu den Angriffen. Die Dschihadisten sprachen von acht Attentätern, die insgesamt 50 Mitglieder der jemenitischen Sicherheitskräfte getötet hätten.

Die jemenitischen Regierungstruppen hatten die ein Jahr lang von Qaida-Kämpfern kontrollierte Hafenstadt Mukalla erst Ende April zurückerobert. Die Armee vertrieb die Islamisten mit Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition. Allerdings sind die Qaida-Kämpfer in der Küstenprovinz am Golf von Aden nach wie vor präsent und haben dort mehrere Ortschaften eingenommen.

Die sunnitische Militärallianz hatte im März 2015 in den Konflikt im Jemen eingegriffen, um die schiitische Huthi-Miliz und ihre Verbündeten in der Armee zu bekämpfen. Die von Iran unterstützten Rebellen hatten Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und den jemenitischen Präsidenten Abd Rabbuh Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen.

Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel und der IS machten sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht im Südjemen auszuweiten.

anr/AFP/dpa



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