Jemens Kampf gegen Islamisten: "Wir brauchen mehr Hilfe gegen die religiösen Verbrecher"

Der Jemen gilt als neue Brutstätte des islamistischen Terrors. Die USA tragen daran eine Mitschuld, behauptet Generalmajor Jahja Abdullah. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der 52-Jährige über extremistische Prediger, geschmuggelte Waffen und den Kampf gegen al-Qaida.

dpa

SPIEGEL ONLINE: Kämpfe gegen Qaida-Milizionäre im Norden und nun auch im Süden des Landes. Verbindungen des nigerianischen Attentäters, der den Northwest-Airlines-Flug 253 auf dem Weg nach Detroit in die Luft jagen wollte. Herr Generalmajor - wird der Jemen zum Sammelplatz islamistischer Terroristen?

Jahja Abdullah: Sicher nicht, dazu werden wir es nicht kommen lassen.

SPIEGEL ONLINE: Was wissen Sie mittlerweile über die gefährlichen Kontakte des Nigerianers?

Abdullah: Die Untersuchungen laufen auf Hochtouren. Natürlich gehen wir akribisch allen Spuren nach. Lassen wir es heute dabei bewenden. Aber Amerika hat auch Mitschuld an der Qaida-Gefahr. Washington hat doch die islamischen Kampfverbände aufgebaut, die während des Kalten Krieges die Sowjets in Afghanistan in die Knie zwingen sollten. Dann kamen die Taliban, al-Qaida und ähnliche islamisch verbrämte Gruppen, die heute gegen Amerika und gegen die zivilisierte Welt kämpfen.

SPIEGEL ONLINE: Nun gibt es sie nun einmal, auch in Ihrer Heimat: Der militärische Schlagabtausch im Norden greift bereits auf Saudi-Arabien über, die Grenze ist offenbar kein Hindernis für die Militanten.

Abdullah: Im Norden sind wir weit vorangekommen.

SPIEGEL ONLINE: Vielleicht im zermürbenden Krieg gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, aber der offenbar äußerst schlagkräftigen Terrorgruppe des Osama Bin Laden konnten Sie offenbar nicht das Rückgrat brechen.

Abdullah: Wir sollten nichts durcheinanderbringen. Die Huthi-Rebellen sind fast am Ende. Zum einen war unsere Armee sehr erfolgreich, zum anderen vertreibt die Bevölkerung die Huthis aus ihren Städten und Dörfern.

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Jemen: Kampf gegen al-Qaida
SPIEGEL ONLINE: Aber al-Qaida ist durchaus präsent, und eben nicht nur im Norden, sondern auch in Abyan im einst marxistischen Südjemen. Sie soll sogar starken Zulauf bekommen.

Abdullah: Im Norden haben sich die Qaida-Verschwörer die Kämpfe zwischen Armee und den Huthis zunutze gemacht und ergreifen selbst die Initiative. Doch sie kämpfen gegen ein Meer jemenitischer Bürger, die sie hassen. Die meisten der Militanten sind keine Jemeniten. Wir haben einige gefasst, die aus Somalia, anderen afrikanischen Ländern und selbst aus arabischen Bruderländern kamen, etwa Algerien und Libanon, wo ihnen der Boden zu heiß wurde. Al-Qaida geht es gewaltig an den Kragen. Aber diese sich fälschlicherweise "Islamverteidiger" nennenden Banditen werden von außerhalb unserer Grenzen unterstützt - mit Waffen, Geld und Propaganda.

SPIEGEL ONLINE: Spielen Sie auf Iran an? Teheran distanziert sich von al-Qaida und verwahrt sich gegen derartige Anschuldigungen.

Abdullah: Wir haben jedenfalls Schiffe in jemenitischen Hoheitsgewässern aufgebracht, deren iranische Besatzungen Waffenladungen an Bord führten. Die iranischen Medien haben eindeutig für die Rebellen Partei ergriffen und die Huthis so dargestellt, als ob sie einen eigenen Staat hätten. Waren und Helfershelfer an Land zu schmuggeln ist jetzt aber nicht mehr so einfach, weil die saudi-arabische Kriegsmarine unsere Flotte in der Sicherung unserer Rotmeerküste unterstützt.

SPIEGEL ONLINE: Wie erklären Sie sich die Qaida-Aktivitäten im Süden, dem Territorium der einstigen Sozialistischen Volksrepublik?

Abdullah: Sicher kommen nicht wenige Militante aus dem nicht mehr kontrollierbaren Somalia, wo Qaida-Angehörige wahrscheinlich ohne große Probleme untertauchen. Und dann kommen sie schon mal übers Meer in den Jemen. Armut, Perspektivlosigkeit, ein verzerrtes Islambild, der Zerfall des Irak in ein konfessionell blutig gespaltenes Gebilde - alles Faktoren, die das Fortleben und die Gefahr der gewaltbereiten Islamisten erklären.

SPIEGEL ONLINE: Und wie will der Jemen verhindern, dass sich immer mehr Terroristen bei Ihnen festsetzen?

Abdullah: Unser Volk, alle Parteien und Konfessionen, auch die Opposition haben al-Qaida den Kampf angesagt. Keinen Jemeniten lässt es kalt, wenn Extremisten, wie kürzlich geschehen, eine Mädchenschule in Sanaa angreifen und dabei Schülerinnen schwer verletzt werden.

SPIEGEL ONLINE: Reicht dieser Kampf aus, um gut getarnte Zellen auszuheben und ein Erstarken der Islamisten zu verhindern?

Abdullah: Wir haben reichlich Erfahrung gesammelt und arbeiten mit unseren Nachbarn zusammen, zum Beispiel Saudi-Arabien, wo sich die Regierung seit Jahren um die Ausmerzung der Qaida-Bande bemüht. Zudem setzen wir auf modernste technische Kommunikationsmittel und auf - übrigens sehr erfolgreiche - Aufklärungskampagnen.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt im Jemen Prediger, die sich sehr gewagte Koran-Interpretationen erlauben. Kritikern zufolge haben sie schon manch jungen Mann in die Hände der Extremisten getrieben. Nicht selten fällt der Name des "rotbärtigen Scheichs" Abdul Madschid al-Sandani und seiner islamischen Universität.

Abdullah: Lassen wir Namen aus dem Spiel. Aber eins ist klar: Unser Staat wird niemandem erlauben, die Religion zu missbrauchen.

SPIEGEL ONLINE: Was soll die Welt, was sollen die Amerikaner tun? Viele Muslime fordern, dass sie aus dem Irak und Afghanistan abziehen sollen.

Abdullah: Natürlich war die Zerschlagung des irakischen Zentralstaats ein grandioser Fehler. Aber sich jetzt aus Afghanistan zurückziehen - das wäre eine Katastrophe für die ganze Welt. Denn dort wird al-Qaida weiterhin versuchen, aktiv zu bleiben. Die Berichte der Nachrichtenagenturen bestätigen das jeden Tag. Wir im Jemen brauchen mehr Unterstützung in der Bekämpfung der militanten Ultras, auf allen Ebenen. Wer dem Jemen hilft, hilft dem Abwehrkampf der ganzen Welt gegen die Verbrecher im religiösen Gewand.

Das Interview führte Volkhard Windfuhr in Sanaa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. teilweise vernünftig
friedrichii 04.01.2010
Zitat von sysopDer Jemen gilt als neue Brutstätte des islamistischen Terrors. Die USA tragen daran eine Mitschuld, behauptet Generalmajor Jahja Abdullah. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der 52-Jährige über extremistische Prediger, geschmuggelte Waffen und den Kampf gegen al-Qaida. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669923,00.html
Zu Irak und Afghanistan hat er schon mal ganz vernünftige Ansichten. Was seine Interpretation der Schuld der USA an der Ausbildung der Taliban angeht, eher weniger. Die Gruppierungen, die von den USA ursprünglich ausgerüstet wurden, standen ja zumindest teilweise gegen die Taliban. Das läßt sich bei den verworrenen Seitenwechseln der Kriegsherrn in Afghanistan nicht eindeutig sagen. Zumal ja dieser Seitenwechsel in inneren Kämpfen dort geradezu Tradition hat. Was mich stutzig macht bei der Sache ist, daß er absolut nicht auf eigene Landsleute eingehen will, z.B. den genannten radikalen Prediger. Er schiebt alles aufs Ausland ab. Na, mal sehen. Da scheint sich der nächste Krisenherd aufzubauen.
2. Islam und Islamismus
ellge 04.01.2010
Zitat von sysopDer Jemen gilt als neue Brutstätte des islamistischen Terrors. Die USA tragen daran eine Mitschuld, behauptet Generalmajor Jahja Abdullah. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der 52-Jährige über extremistische Prediger, geschmuggelte Waffen und den Kampf gegen al-Qaida. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669923,00.html
Auf Kosten von Ländern zu leben, die im christlich geprägten Westen als unterentwickelt gelten, ist zweifellos unmoralisch. Auch wenn zahlreiche islamische Länder von Feudalherren regiert werden, ist der Islam eine Religion, die den Menschen dort moralischen und seelischen Halt beschert, und dessen Einfluss ständig wächst. Die Philosophie dieser Religion lässt offenbar den bewaffneten Kampf gegen Andersgläubige und deren Lebensstil zu, auch den gegen islamische Abweichler. Es hat den Anschein, dass die religiöse Erziehung so weit geht, dass auch dieser Kampf und der damit verwandte Terrorismus von Moslems wenn schon nicht gutgeheißen, so doch toleriert wird. Während bei Beleidigung des Propheten sehr schnell Tausende auf den Straßen sind, gibt es bei weitem keine änlich große Demonstrationen nach Terroranschlägen. Es bedarf offenbar keiner zentralistischen Führungsstruktur wie in der katholischen Kirche, damit sich auch kleine Gruppen sogenannter Islamisten bilden. Ob jetzt im Yemen der Kern von Al Qaida zu suchen ist, wird nichts helfen, wenn es dort zu heiß wird, tritt ein anderes Land an dessen Stelle. Wenn der Islam nicht zurückgedrängt wird, wird er den Westen überrollen. Die Ziele des Islam werden nicht auf Islamkonferenzen vermittelt, sondern in Moscheen und Koranschulen. Die dort vermittelten Ideologien müssen öffentlich werden.
3. Taliban
ErekoseSK 04.01.2010
Zitat von friedrichiiZu Irak und Afghanistan hat er schon mal ganz vernünftige Ansichten. Was seine Interpretation der Schuld der USA an der Ausbildung der Taliban angeht, eher weniger. Die Gruppierungen, die von den USA ursprünglich ausgerüstet wurden, standen ja zumindest teilweise gegen die Taliban. Das läßt sich bei den verworrenen Seitenwechseln der Kriegsherrn in Afghanistan nicht eindeutig sagen. Zumal ja dieser Seitenwechsel in inneren Kämpfen dort geradezu Tradition hat. Was mich stutzig macht bei der Sache ist, daß er absolut nicht auf eigene Landsleute eingehen will, z.B. den genannten radikalen Prediger. Er schiebt alles aufs Ausland ab. Na, mal sehen. Da scheint sich der nächste Krisenherd aufzubauen.
Er spricht nicht von diesen vielen Warlords, die sich gegenseitig bekämpfen oder bekämpft haben. Er spricht von der Taliban, die von den USA und Pakistan mit Geld und Waffen untestützt wurde, um die Sowjets zurück zu drängen. Nach dem die Sowjets weg waren, haben die USA sich nicht mehr um die Taliban gekümmert.
4. ist doch klar
shareman 04.01.2010
Die USA sind selber Schuld- sagt der Herr Major. Irak, Somalia - immer die anderen. KEIN Wort über die zahlreichen Jemeniten, die dem Terrorismus anhängen. WAS sollen solche Interviews?
5. ...immer diese Titel
Gwylim 04.01.2010
Zitat von ellgeAuf Kosten von Ländern zu leben, die im christlich geprägten Westen als unterentwickelt gelten, ist zweifellos unmoralisch. Auch wenn zahlreiche islamische Länder von Feudalherren regiert werden, ist der Islam eine Religion, die den Menschen dort moralischen und seelischen Halt beschert, und dessen Einfluss ständig wächst. Die Philosophie dieser Religion lässt offenbar den bewaffneten Kampf gegen Andersgläubige und deren Lebensstil zu, auch den gegen islamische Abweichler. Es hat den Anschein, dass die religiöse Erziehung so weit geht, dass auch dieser Kampf und der damit verwandte Terrorismus von Moslems wenn schon nicht gutgeheißen, so doch toleriert wird. Während bei Beleidigung des Propheten sehr schnell Tausende auf den Straßen sind, gibt es bei weitem keine änlich große Demonstrationen nach Terroranschlägen. Es bedarf offenbar keiner zentralistischen Führungsstruktur wie in der katholischen Kirche, damit sich auch kleine Gruppen sogenannter Islamisten bilden. Ob jetzt im Yemen der Kern von Al Qaida zu suchen ist, wird nichts helfen, wenn es dort zu heiß wird, tritt ein anderes Land an dessen Stelle. Wenn der Islam nicht zurückgedrängt wird, wird er den Westen überrollen. Die Ziele des Islam werden nicht auf Islamkonferenzen vermittelt, sondern in Moscheen und Koranschulen. Die dort vermittelten Ideologien müssen öffentlich werden.
Wer ist den "DER Islam" ? Sind es nicht eher einige Gruppierungen, mit bestimmten Individuen, die bestimmte Ideologien und Ziele verfolgen? Da es keinen zentralistischen Islam gibt, kann es auch nicht "den Islam" geben.
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Zur Person

Jahja Abdullah, 52, Generalmajor und Mitglied des Generalstabes im Jemen, gilt als präsidentennah. Er stammt aus Dhali im einst marxistischen Süden des Landes und studierte in der ehemaligen Sowjetunion (Lemberg, heute Ukraine). Im Kampf gegen den Terror bereist er ständig die Krisenzonen und Kampfgebiete im Jemen.

Illustration Guy Billout für den SPIEGEL

Heft 01/2010:
Die Schöpfung im Labor

Forscher auf der Suche nach der Formel des Lebens

Inhaltsverzeichnis

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Terrorismus: Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel

Jemen
Land
In der Antike war das Gebiet des heutigen Staates unter dem Namen "Arabia felix", das glückliche Arabien, bekannt. Hier nahm einst die "Weihrauchstraße" zum Mittelmeer ihren Anfang. Doch heute ist der Jemen am südwestlichen Zipfel der Arabischen Halbinsel eines der ärmsten Länder der Welt und das ärmste Land im Nahen Osten.

Nord- und Südjemen, die unterschiedliche politische und gesellschaftliche Wege zurückgelegt hatten, fanden 1990 zur staatlichen Einheit. Die Hauptstadt ist Sanaa. Mit knapp 528.000 Quadratkilometern ist das Land deutlich größer als Deutschland mit 357.000 Quadratkilometern. Wüstenregionen prägen die Landschaft.
Leute
Rund 23 Millionen Menschen leben im Jemen. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung wohnen auf dem Land. Einzige Millionenmetropole ist das Verwaltungs- und Handelszentrum Sanaa.
Wirtschaft
Trotz der Erdöl- und Erdgasvorkommen, deren Förderung rund 70 Prozent der Staatseinnahmen ausmacht, gilt Jemen als das ärmste Land im Nahen Osten. Aufgrund von Wassermangel kann nur ein kleiner Teil als Ackerland genutzt werden; 75 Prozent der Nahrungsmittel werden eingeführt. Touristen werden besonders durch die Baukultur angezogen - charakteristisch sind die Hochbauten aus Lehm. Die in diesem Stil errichtete Altstadt der Hauptstadt Sanaa wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben.
Konflikte
Die Herrscher von mehreren hundert Stämmen erkennen eine Zentralgewalt des Staates nicht an. Regionale Stammesfürsten, aber auch islamische Fundamentalisten haben in der Vergangenheit immer wieder Touristen und andere Ausländer entführt, um Forderungen an die Behörden durchzusetzen.
Entführungen
Ausländer werden im Jemen immer wieder Opfer von Entführungen, auch Deutsche waren mehrfach betroffen. Der ehemalige Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog, seine Frau und seine drei Söhne wurden 2005 im Osten des Landes verschleppt und nach drei Tagen wieder freigelassen. Im Juni 2009 wurde eine fünfköpfige Familie aus Sachsen verschleppt - zwei mit ihnen entführte Deutsche und eine Koreanerin wurden schon am ersten Tag der Geiselnahme erschossen.
Al-Qaida
Im Jemen kommt es immer wieder zu terroristischen Anschlägen durch den regionalen Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida. Bürgerkrieg und die allgemeine Gesetzlosigkeit haben US-Regierungsvertretern zufolge den Jemen zu einem idealen Nährboden für Terroristen gemacht. Seit geraumer Zeit gilt das Land als neue Hochburg der in Afghanistan und Pakistan militärisch unter Druck geratenen al-Qaida. Viele der 85 meistgesuchten saudiarabischen Extremisten werden hier vermutet.
Interaktive Karte

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Westliche Botschaften im Jemen: Angst vor Qaida-Attacken
Gefahr für Touristen im Jemen
Juni 2009 - Geiselnahme einer deutschen Familie
Eine fünfköpfige Familie aus Sachsen wird zusammen mit Begleitern verschleppt. Zwei Deutsche und eine Koreanerin wurden bereits am ersten Tag erschossen. Zwei Kinder der sächsischen Familie wurden im Mai 2010 freigelassen.
April 2009 - Niederländischer Ingenieur entführt
Ein niederländischer Ingenieur, der für ein Wasserprojekt arbeitete, und seine Ehefrau werden in einem Vorort der Hauptstadt Sanaa verschleppt und in das 80 Kilometer entfernte Dorf der Entführer gebracht. Nach zwei Wochen Geiselhaft wird das Ehepaar freigelassen. Dem Vernehmen nach erhielten die Entführer Schmerzensgeld für Stammesangehörige, die bei einem Schusswechsel mit der Polizei im April 2008 verletzt worden waren.
März 2009 - Anschlag auf Touristen aus Südkorea
Bei zwei Selbstmordattentaten auf Südkoreaner innerhalb einer Woche werden vier Touristen und ein jemenitischer Reiseführer getötet. Zum ersten Anschlag kommt es auf einem Aussichtpunkt vor der Unesco-Welterbe-Stadt Schibam in der Provinz Hadramaut.
Drei Tage später gilt ein Attentat einer Delegation in Sanaa, die aus Südkorea in den Jemen gereist war, um mehr über die Hintergründe des ersten Vorfalls zu erfahren. Dabei tötet der Sprengsatz nur den Attentäter selbst, der den Konvoi der Südkoreaner knapp verfehlte. Zu der Attacke bekennt sich die Terrorgruppe al-Qaida.
Januar 2009 - Deutscher Ingenieur enführt
Ein aus Niedersachsen stammender Ingenieur wird zusammen mit zwei jemenitischen Kollegen in der Provinz Schabwa, etwa 570 Kilometer von Sanaa, entführt. Die Kidnapper lassen den 56-Jährigen, der für ein Gaspipeline-Projekt arbeitete, nach drei Tagen frei. Ein Verwandter von Präsident Ali Abdullah Salih hat ihnen zugesagt, die Behörden würden ihre Forderung nach der Freilassung eines wegen Mordes inhaftierten Angehörigen wohlwollend prüfen.
Dezember 2008 - Deutsche Entwicklungshelferin entführt
Eine Entwicklungshelferin der GTZ und ihre Eltern aus Kiel werden in der Region al-Bajda im Bergjemen von bewaffneten Stammesangehörigen verschleppt und fünf Tage lang in einem Bergdorf festgehalten. Die Geiselnehmer forderten die Freilassung von zwei inhaftierten Angehörigen und eine finanzielle Entschädigung für ein unvorteilhaftes Grundstücksgeschäft. Die Architektin, eine Expertin für den Erhalt historischer Bauten, will vorerst im Jemen bleiben.
September 2008 - 16 Tote bei Anschlag auf US-Botschaft
Bei einem Anschlag auf die US-Botschaft in Sanaa kommen sechs Polizisten, sechs Angreifer und vier Zivilisten ums Leben. Bis auf eine Inderin sind alle Opfer Jemeniten. US-Diplomaten werden nicht verletzt. Die jemenitische Führung erklärt, der Anschlag trage die Handschrift der Terrorgruppe al-Qaida.
April 2008 - Anschlag auf Ausländer-Wohnviertel
Auf ein Wohnviertel, in dem unter anderem US-Diplomaten und ausländische Mitarbeiter von Ölfirmen wohnen, werden drei Mörsergranaten abgefeuert. Das US-Außenministerium zieht aus Sicherheitsgründen die meisten seiner Botschaftsangehörigen aus der jemenitischen Hauptstadt ab. Zu der Attacke bekennt sich eine lokale Qaida-Terrorzelle.
März 2008 - Toter bei Anschlag auf US-Botschaft
Auf das Gelände der US-Botschaft in Sanaa werden vier Mörsergranaten abgefeuert. Sie verfehlen ihr Ziel und treffen stattdessen den Innenhof einer Mädchenschule. Ein Wachmann der Botschaft kommt ums Leben, drei weitere Wachmänner und 13 Schülerinnen werden verletzt.
Januar 2008 - Anschlag auf belgische Touristen
Islamische Extremisten eröffnen in der Provinz Hadramaut das Feuer auf einen Konvoi mit belgischen Touristen. Zwei Belgierinnen und zwei der jemenitischen Begleiter sterben bei der Attacke, ein weiterer Belgier und drei Jemeniten erleiden Verletzungen. Die 15-köpfige Touristengruppe befand sich auf einer Besichtigungstour zu den historischen Stätten in Sayoun, rund 900 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Sanaa.
Juli 2007 - Anschlag auf spanische Touristen
Acht Spanier und zwei Einheimische kommen ums Leben, als sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe des Mondtempels von Marib mit seinem Fahrzeug in die Luft sprengt. Sechs weitere Spanier wurden Verletzungen erlitten. Hinter dem Attentat soll das Terrornetzwerk al-Qaida stecken.
Dezember 2005 - Jürgen Chrobog entführt
Der Ex-Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog, seine Frau und seine drei Söhne werden während ihres Weihnachtsurlaubs in der Region Marib im Osten des Landes entführt und nach drei Tagen wieder freigelassen.