Jeremy Hunt Britischer Außenminister blamiert sich in China

Großbritanniens neuer Außenminister Hunt wollte bei einem Besuch in Peking seinen chinesischen Kollegen beeindrucken - und erwähnte die Nationalität seiner Frau. Dabei unterlief ihm ein peinlicher Fehler.

Jeremy Hunt und Wang Yi
WU HONG/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Jeremy Hunt und Wang Yi


Der neue britische Außenminister Jeremy Hunt ist mit dem Versuch, sich bei seinen chinesischen Gesprächspartnern beliebt zu machen, grandios gescheitert.

Bei einem Treffen mit seinem Kollegen Wang Yi in Peking wollte sich Hunt damit brüsten, dass er mit einer Chinesin verheiratet ist - sagte aber stattdessen, seine Frau sei "Japanerin". Schnell korrigierte er sich und sprach von einem "schrecklichen Fehler".

Vorgänger war für Rassismus bekannt

Schon Hunts Vorgänger Boris Johnson war für peinliche und mitunter rassistische Auftritte bekannt. Afrikaner bezeichnete er einmal als "Fahnen schwenkende" Menschen mit "Wassermelonen-breitem Lächeln". Dabei benutzte er das rassistische Wort "piccaninnies", mit dem dunkelhäutige Kinder abschätzig bezeichnet werden.

Hunt ist bisher nicht für solche Ausfälle bekannt. Nach seinem Fauxpas in Peking machte er schnell weiter und betonte, dass seine Kinder "Halb-Chinesen" seien.

Über die in Xian lebenden chinesischen Großeltern gebe es "starke Familienbindungen nach China", sagte Hunt. Der Minister hat mit seiner Ehefrau Lucia Guo drei Kinder.

China und Japan sind seit Jahrhunderten Rivalen. Auch wenn sich die Beziehungen zuletzt etwas entspannt haben, bleibt vor allem die blutige japanische Besatzung von Teilen Chinas in den Dreißigerjahren und Vierzigerjahren ein mehr als heikles Thema.

tin/AFP



insgesamt 16 Beiträge
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maslinar1 30.07.2018
1. Skandal
...warum muss man alles gleich skandalisieren? Ein Mensch macht versehentlich einen Fehler und gleich geht es los mit draufhauen.
heindeburk 30.07.2018
2. Problematisch wird's für's Eheleben
Die chinesische Diplomatie ist heutzutage in der Regel sehr professionell. Insofern wird dieser Fauxpas die Beziehungen allenfalls gering belasten. Problematisch wird es wohl eher für das Eheleben dieses Herrn, der die Herkunft seiner langjährigen Partnerin im Halbschlaf kennen sollte
Peletua 30.07.2018
3. Riecht nach Absicht
Schwer zu glauben, dass jemandem, der einen chinesischen Ehepartner hat, ein solcher Fehler unterläuft. Das riecht nach Absicht. Hier wurde offenbar mal wieder wild herumgetrumpelt - nach dem wahnwitzigen Motto: 'Wir sind immer noch die Herren; wir können uns herausnehmen, was immer wir wollen.' Johnson war in dieser Hinsicht kaum zu unterbieten, aber sehen wir mal, was sein Nachfolger draufhat.
denizdinler 30.07.2018
4.
Also hat er sich versprochen. Ich verstehe nicht was daran so schlimm ist. Darf man sich jetzt nicht mal mehr einen Versprecher leisten?!? Das ist in meinen Augen nicht mal eine Nachricht wert. Die armen Menschen die ständig in der Öffentlichkeit stehen. Als wenn der Verfasser oder auch alle Menschen die über andere urteilen nie Fehler machen, sei es im privaten oder beruflichen Umfeld.
positivreporter 30.07.2018
5. Neu im Geschäft
... da zahlt man schon mal Lehrgeld .... ist uns in bestimmten Situationen sicherlich auch schon mal passiert. Als Außenminister ist soetwas natürlich peinlich und schadet dem Ansehen des eigenen Landes. Laien an der Macht!
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