Anschlag in Jerusalem Kleinbus fährt in Menschenmenge - viele Verletzte

Anschlag in Jerusalem: Ein Mann fuhr mit seinem Auto in eine Menschengruppe und prügelte anschließend mit einer Eisenstange auf Umstehende ein. Ein Opfer kam ums Leben, der Täter wurde erschossen.

REUTERS

Jerusalem - Ein Mann hat in Ost-Jerusalem mit seinem Auto mehrere Fußgänger angefahren. Mehr als zehn Menschen wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Israelische Medien berichten zudem, dass eines der Opfer mittlerweile gestorben sei.

Die Polizei geht von einem Anschlag aus. Ein Kleinbus sei "in eine Menschengruppe an einer Straßenbahnhaltestelle gefahren", sagte Polizeisprecherin Luba Samri. Danach sei der Fahrer ausgestiegen und habe mit einer Eisenstange auf die Umstehenden eingeprügelt.

Er wurde von Beamten der Grenzpolizei erschossen, die an der Bahnlinie stationiert sind, die entlang der alten Grenze zwischen West- und Ost-Jerusalem verläuft. Bei dem Täter handele es sich um einen arabischen Bewohner der Stadt, hieß es weiter. Nach palästinensischen Angaben kam er aus dem Ost-Jerusalemer Stadtviertel Schuafat. Sowohl die Hamas als auch der Islamische Dschihad bekannten sich zu der Tat.

Die Attacke ereignete sich unweit der Stelle, an der vor zwei Wochen ein ähnliches Attentat stattgefunden hatte. Damals war ein Palästinenser mit Absicht in eine Straßenbahnhaltestelle gerast und hatte dabei zwei Menschen getötet, darunter ein Baby, und mehrere verletzt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte die Palästinenserführung für den Anschlag mitverantwortlich. Der Terroranschlag sei das Ergebnis der "Aufhetzung" durch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas "und seiner Partner bei der Hamas", sagte Netanjahu: "Wir führen einen Kampf um Jerusalem, und ich habe keine Zweifel, dass wir siegen werden."

In Jerusalem ist es in den vergangenen Wochen wiederholt zu Zusammenstößen gekommen. Erst am Mittwochmorgen drangen Sicherheitskräfte am Tempelberg auf das Gelände der Aksa-Moschee vor, um Dutzende Vermummte auseinanderzutreiben. Im Anschluss kam es auch zu Ausschreitungen in der Jerusalemer Altstadt.

bka/AFP/AP/Reuters



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