Jerusalem Bluttat am Damaskus-Tor

Der Kreislauf der Gewalt nimmt kein Ende. In Jerusalem hat erneut ein Palästinenser einen israelischen Soldaten mit einem Messer schwer verletzt. Der Mann wurde von Sicherheitskräften erschossen.

DPA

Es sind erschreckende Zahlen, und sie zeigen, wie fragil derzeit die Sicherheitslage in Israel ist: Palästinensische Einzeltäter haben seit Anfang Oktober Dutzende Attacken auf Israelis verübt, die meisten nutzten Messer für ihre Anschläge.

17 Israelis und ein US-Bürger wurden so getötet und rund 200 Menschen verletzt. Im gleichen Zeitraum wurden 99 Palästinenser getötet. Die meisten kamen durch Sicherheitskräfte um. Unter den Toten ist auch ein Eritreer, er wurde erschossen, weil er irrtümlich für einen Angreifer gehalten wurde.

Am Sonntag sind nun erneut zwei Menschen bei Messerattacken verletzt worden. Am frühen Morgen stach ein 38-jähriger Palästinenser am Damaskus-Tor zur Jerusalemer Altstadt auf einen israelischen Grenzpolizisten ein und verletzte ihn schwer. Der aus Nablus im nördlichen Westjordanland stammende Angreifer wurde von anderen Sicherheitsleuten erschossen, teilte die Polizei mit. "Zur Abwehr weiterer Gefahr", wie es heißt. In den engen Gassen der Altstadt patrouillieren schwer bewaffnete Soldaten.

Zu einem zweiten Vorfall kam es wenig später: Ein Mann griff eine Frau nahe einer Bushaltestelle in West-Jerusalem mit einem Messer an, der Mann konnte zunächst flüchten. Die Frau rettete sich in einen Bus, wo ihre leichten Stichwunden behandelt wurden. In der Nähe des Tatorts wurde kurz danach "ein verdächtiger Palästinenser" festgenommen, sagte eine Polizeisprecherin.

In der Nacht zum Sonntag schlossen die israelischen Streitkräfte eine dritte palästinensische Radiostation in Hebron. Der Sender "Dream" (Traum) habe "zu Terrorismus gegen Zivilisten und die israelischen Streitkräfte" aufgerufen, begründete ein Militärsprecher den Schritt. Bei der Schließung sei auch Material des Senders beschlagnahmt worden. Hebron im Süden des besetzten Westjordanlandes ist einer der Brennpunkte der derzeitigen Gewaltwelle.

Erfahren Sie mehr über die Wurzeln des Konfliktes in dieser SPIEGEL.TV-Reportage (23 Minuten):

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jul/AFP/dpa



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