Jerusalem: Randale nach Tod eines Palästinensers

Zwischen wütenden Palästinensern und der israelischen Polizei ist es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen: In Ostjerusalem hatte ein Wachmann zuvor einen Demonstranten erschossen.

Steine werfende Palästinenser in Jerusalem: Randale in Silwan Zur Großansicht
AFP

Steine werfende Palästinenser in Jerusalem: Randale in Silwan

Jerusalem - Im arabischen Ostteil Jerusalems hat ein Wachmann einer jüdischen Wohnanlage einen Palästinenser erschossen. Zwei weitere Männer seien zum Teil schwer verletzt worden, sagte der israelische Polizeisprecher Mickey Rosenfeld.

Nach den Todesschüssen kam es im Stadtteil Silwan südlich der historischen Altstadt Jerusalems zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Dutzenden Palästinensern und israelischen Polizisten. Die Polizei setzte nach palästinensischen Angaben auch Tränengas ein. Drei weitere Palästinenser seien verletzt worden.

Die Lage im Ostjerusalemer Stadtteil Silwan ist seit Jahren angespannt. Dort leben nach palästinensischen Angaben 300 israelische Siedler und 55.000 Palästinenser.

Die Berichte über den Tathergang gehen weit auseinander. Nach israelischen Polizeiangaben hatten Palästinenser den Wachmann mit Steinen beworfen. Dieser habe daraufhin das Feuer eröffnet. Der Schütze sei zur Befragung auf eine Polizeistation mitgenommen worden. Nach Angaben des palästinensischen Informationszentrums in Silwan war eine Gruppe von Männern auf dem Weg zum Morgengebet in einer Moschee, als der Wachmann sie mit "abfälligen Worten" provozierte. Daraufhin sei ein Streit ausgebrochen. Der israelische Wachmann habe dann sofort mit scharfer Munition in die Gruppe geschossen.

als/dpa

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1. Zukunftszenario
liberator_ 22.09.2010
Steine werfen und Beschimpfungen gegen Anhänger anderer Religionen. Die Einschläge erreichen uns hoffentlich nicht. Oder gehört das auch zur kulturellen Vielfalt und Bereicherung ?
2. Erwartungen
intenso1 22.09.2010
Zitat von liberator_Steine werfen und Beschimpfungen gegen Anhänger anderer Religionen. Die Einschläge erreichen uns hoffentlich nicht. Oder gehört das auch zur kulturellen Vielfalt und Bereicherung ?
Was erwarten sie von Menschen die seit Jahrzehnten unterdrückt werden. Ein Volk das in Flüchtlingslager leben muss, dass keinerlei Perspektiven hat, dass von ihrem Land vertrieben wurde, dass zusehen muss wie sich auf ihrem Besitz andere breit machen. Diese Liste lässt sich beliebig verlängern. Wie sollen sich Menschen gegen die Willkür eines ...volkes wehren?????????????
3. ...
ugt 22.10.2010
Zitat von intenso1Wie sollen sich Menschen gegen die Willkür eines ...volkes wehren?????????????
Garnicht! Ich will mal die ... nicht interprtieren. Aber es scheint die Ansicht einiger ... zusein, dass man zum "Auserwählten Volk" gehört und so mit "deus volunt" alles rechtfertigen kann. Schliesslich sind die ... die bessern Menschen. Oder so. Was man Dir angetan, das tue auch einem anderen an
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Geschichte Israels

Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
DPA
Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
DPA
Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
DPA
Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

Israel will zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Dort gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200.000. Nach internationalem Recht sind diese Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet illegal und müssen geräumt werden.

Jerusalem
AP
Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
AP
Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels überwachen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner.
Scheba-Farmen
DPA
Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
Wasser
REUTERS
Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen.
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