Streit über Jerusalem-Resolution Erdogan attackiert Trump

Nächste Runde im Streit über die Jerusalem-Resolution in der Uno: Donald Trump könne den demokratischen Willen der Türkei nicht mit Dollars erkaufen, griff der türkische Staatschef Erdogan den US-Präsidenten an.

Recep Tayyip Erdogan
AP

Recep Tayyip Erdogan


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA und Präsident Donald Trump vor der Abstimmung der Uno-Vollversammlung über eine Jerusalem-Resolution scharf attackiert. "Mr Trump, Sie können den demokratischen Willen der Türkei nicht mit Ihren Dollars erkaufen", sagte Erdogan.

Damit verwies der türkische Staatschef auf die anstehende Abstimmung der Uno-Vollversammlung über eine mögliche Jerusalem-Resolution. Die Mitgliedstaaten könnten die USA dazu auffordern, die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zurückzunehmen. Im Vorfeld der Versammlung hatte Trump gedroht, Hilfszahlungen an Nationen, die die Resolution befürworten, einzustellen.

Trump warf den Unterstützern der Resolution vor, sich gegenüber den Vereinigten Staaten undankbar zu verhalten. "Sie nehmen Hunderte Millionen Dollar, und sogar Milliarden Dollar, und dann stimmen sie gegen uns. Nun, wir beobachten diese Abstimmungen. Sollen sie gegen uns stimmen. Dann sparen wir eine Menge. Es ist uns egal."

Erdogan hoffe nun, dass "die USA nicht das Ergebnis bekommen werden, das sie erwarten", und dass die Welt Washington "eine sehr gute Lektion" erteilen werde. Zuvor hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sich erwartungsgemäß auf die Seite von Trump geschlagen. Er bezeichnete die Uno als "Lügenhaus".

Israel hatte den arabischen Ostteil Jerusalems 1967 im Sechs-Tage-Krieg erobert und beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt. Dies wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen in Ostjerusalem die Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates ausrufen.

aev/als/Reuters



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