Ex-Präsident gegen Präsident Jimmy Carter rechnet mit Donald Trump ab

"Eher eine Oligarchie als eine Demokratie": Der frühere US-Präsident Jimmy Carter kritisiert Donald Trump scharf - und gibt ihm in der Nordkorea-Politik einen Tipp.

Jimmy Carter  (Archivaufnahme)
AP

Jimmy Carter (Archivaufnahme)


Jimmy Carter attackiert Donald Trump: Der 92-jährige frühere US-Präsident hat auf einer Veranstaltung in Atlanta die Politik des jetzigen Amtsinhabers scharf kritisiert. Trump sei eine Enttäuschung in der Weltpolitik.

"Bewahren Sie den Frieden, fördern Sie die Menschenrechte und sagen Sie die Wahrheit", forderte der Friedensnobelpreisträger von Trump. Die Funktionen der US-Politik ähnelten zurzeit eher einer Oligarchie als einer Demokratie, sagte Carter.

Ohne direkt auf den Streit zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un einzugehen, riet Carter dem Amtsinhaber zu einer Änderung seiner Politik bei der Auseinandersetzung mit dem Regime in Pjöngjang. "Die Nordkoreaner wollen eine Garantie, nicht angegriffen zu werden, solange das Land weder die USA noch einen Verbündeten wie Südkorea attackiert", sagte Carter.

"Bis wir mit ihnen reden und sie mit Respekt behandeln, glaube ich nicht, dass wir einen Fortschritt machen werden", sagte der Ex-Präsident. "Ich würde sofort meine Top-Person nach Pjöngjang schicken, wenn ich nicht selbst gehen würde", riet Carter Trump.

Carter, von 1977 bis 1981 US-Präsident, hatte Nordkorea insgesamt dreimal besucht. Er ist nach George Bush Sen. der älteste noch lebende US-Präsident.

Carter zeigte sich auch mit der Nahost-Politik Trumps unzufrieden. Er sei "praktisch hoffnungslos", dass sie zu einem Frieden führen werde. Trump werde kaum etwas präsentieren, das den Palästinensern "Gerechtigkeit" zukommen lasse.

Carter kritisierte aber auch die palästinensische Führung und Israels Premier Benjamin Netanyahu. Beide Seiten zeigten einen Mangel an Flexibilität.

als/AP

insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
OlliFussballfan 13.09.2017
1. Nobelpreis
Wieso der "einstige" Friedensnobelpreisträger?
nixmitx 13.09.2017
2.
Kluge Worte, nur fürchte ich werden sie beim Adressaten wenig fruchten.
reflektiert_ist_besser 13.09.2017
3. zuviel von Trump verlangt ...
"Bewahren Sie den Frieden, fördern Sie die Menschenrechte und sagen Sie die Wahrheit", forderte der einstige Friedensnobelpreisträger von Trump.
AlterKnochen 13.09.2017
4. Na und?
"Jimmy Carter rechnet mit Donald Trump ab" Na und? Was soll so was? Heute der, morgen, übermorgen jener. Ich bin überzeugt, dass man jeden Tag ein duzend Leute findet, die bereit sind mit Trump "abzurechnen". Nur was soll das und vor allem was sollen wir hier damit? Uns an Trump erinnern und bloß keine Afd wählen oder so?
derweise 13.09.2017
5. Carter
ist mit seiner miserablen Außenpolitik Schuld an dem Alleingang des Iran (Iran - Geiseln) Ende der siebziger Jahre. Der soll bloss ruhig sein!
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