Neuer Bundespräsident in Bellevue Gauck übergibt an Steinmeier

Im Berliner Schloss Bellevue sind der alte und der neue Bundespräsident zu einer symbolischen Amtsübergabe zusammengetroffen.

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck (r) begrüßt den neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier
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Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck (r) begrüßt den neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier


Seit Sonntag null Uhr ist Joachim Gauck Bundespräsident a.D. - sein Nachfolger Frank-Walter Steinmeier zog offiziell ins Schloss Bellevue ein. Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender wurden am Sonntag auf der Treppe vor dem Schloss von Joachim Gauck und dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt begrüßt.

Nach fünf Jahren war Gaucks Amtszeit um Mitternacht zu Ende gegangen. Steinmeier ist seitdem im Amt. Am Mittwoch wird der frühere Außenminister vor Bundestag und Bundesrat vereidigt.

Gauck, 77, hatte aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit verzichtet. Steinmeier, 61, wurde im Februar als Nachfolger gewählt. Er ist der 12. Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Als neuen Chef des Präsidialamtes bringt Steinmeier Staatssekretär Stephan Steinlein aus dem Auswärtigen Amt mit.

Daniela Schadt und Elke Büdenbender
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Daniela Schadt und Elke Büdenbender

hej/dpa



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felix_tabris 19.03.2017
1. Vita
Nach dem Rücktritt des Kanzleramtsministers Bodo Hombach wurde Steinmeier am 7. Juli 1999 Chef des Bundeskanzleramtes. Er war hier ein enger politischer Vertrauter Schröders. Er wirkte meist als Manager im Hintergrund und schrieb Strategiepapiere der SPD. Dazu gehörte die Ausformulierung der Reform des Renten- und Gesundheitssystems im Dezember 2002 und die berühmt-berüchtigte Agenda 2010. Frank-Walter Steinmeier war von 2005 bis 2009 und von 2013 bis 2017 Bundesminister des Auswärtigen. Neben seiner Tätigkeit als Bundesminister des Auswärtigen war Steinmeier von 2007 bis 2009 auch Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Niederlage als Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl 2009 war er von 2009 bis 2013 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Fazit: Im Unterschied zu Gauck handelt es sich bei Steinmeier um ein vollblütiger Profipolitiker. Je nach politischem Lager hat er bereits Großes oder Verheerendes geleistet. In den Umfragewerten lag er bis dato über Monate hinweg auf Platz eins der beliebtesten Politiker überhaupt. Was mich persönlich eher wundert, da er in seinem Job als Außenminister nie sonderlich durch Klarheit oder Originalität aufgefallen ist. Wahrscheinlich ist genau dieses jedoch Frank-Walter Leisetreter »Qualität« auf der internationalen Bühne. Ob dieses als Bundespräsident so bleibt, bleibt abzuwarten in einer Zeit wo die individuelle egoistische Ellenbogen-Mentalität »Platz da, jetzt komme ich« nun die nationale Ebene in der internationale Arena erreicht hat. Steinmeier hat schon mal die Ansage getroffen, sich durchaus aktiv in der Politik verhalten zu wollen. Man wird sehen, wie weit er - ähnlich seines Genossen Schulz als Europaparlament-Präsident die demokratischen Strukturen erweitert hat - die Legitimationsfrage des demokratischen Staates weiter mit Substanz füllen kann. Oder eben doch nur ein »Grüß-August« bleibt. Jedenfalls in den unruhigen Zeiten zwischen europäischen Krisenherden wie Polen und Ungarn und der internationalen Außenpolitik wie Russland, Türkei und USA gibt es gewiss viele Gelegenheit, die Tragfähigkeit vom »kommunikativen Handeln« (Habermas) in Verbindung vom »Legitimation durch Verfahren« (Luhmann) philosophisch auszuloten.
hans-rai 19.03.2017
2. Am Anfang mochte ich Gauck nicht...,
aber dann hat er sich meine Hochachtung verdient durch seine Amtsführung - nah bei den Menschen, ohne die Würde aufzugeben, die dem Amt gerecht wird. Ein intelligenter und einfühlsamer Bundespräsident. Steinmeier wird das Amt sicher anders führen. Er hat die Chance, dies im Wandel der Zeit entsprechend anzupassen. Große Sorgen muss man bei ihm eigentlich nicht haben, denke ich, dass er das nicht schafft.
BettyB. 19.03.2017
3. Gauck hat für viele Deutsche ein Zeichen gesetzt
Gauck war Pfarrer, er ist verheiratet, er lebte mit seiner Geliebten und trat offiziell als Staatsoberhaupt mit ihr auf. Das war für viele Deutsche bis zu seinem Amtsantritt wohl unvorstellbar, hätte ihn für viele ihn damals Wahlenden - hätten sie auch nur geahnt, was da auf sie zukommt - wohl unwählbar gemacht. Man denke dabei nicht nur an die konservativen Katholiken. Gauck hat die Republik verändert, nicht wie offiziell oft betont, durch irgendwelche Reden, sondern durch die Tat. Das er durch die Wahl nicht zum Mann des Wortes, sondern einer der Tat wurde, damit hat er wahrlich Geschichte geschrieben.
MartinBeck 19.03.2017
4. Gute Präsidenten
Unser Land hat mit seinen Bundespräsidenten sehr viel Glück gehabt. Seriös, beherrscht, jeder auf seine Weise klug, unabhängig - was will man mehr in einem Staat, wie ihn das Grundgesetz beschreibt. Auch Steinmeier wird ein guter Präsident werden. Viel Glück, Herr Bundespräsident!
hugahuga 19.03.2017
5.
Es mag sich nun einiges geändert haben. Manches, was uns sehr vertraut ist, bleibt aber auch. Ich meine die Dampfplauderei. Wieso kommen wir davon einfach nicht los? Das war schon sehr nervig in der bisherigen Position - und leider wird es uns in der neuen Position erhalten bleiben. Noch 5 lange Jahre
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