US-Außenminister Kerry "Werden den IS viel schneller besiegen als al-Qaida"

Die USA werden den Kampf gegen den "Islamischen Staat" gewinnen - und zwar schnell: Daran hat Außenminister John Kerry keinen Zweifel. Auch Hillary Clinton äußerte sich zum Einsatz gegen die Terrormiliz: "Europa ist weit hinterher."

US-Außenminister Kerry: "Wir glauben, dass wir dazu fähig sind"
AFP

US-Außenminister Kerry: "Wir glauben, dass wir dazu fähig sind"


Der amerikanische Außenminister John Kerry geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die USA im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vergleichsweise schnell Erfolge erzielen werden. "Wir werden sie besiegen", sagte Kerry. "Wir haben immer gesagt, das wird einige Zeit dauern."

Dann zog Kerry zum Vergleich den Kampf gegen al-Qaida heran: "Wir haben unseren Kampf gegen al-Qaida 2001 begonnen und es hat uns ein paar Jahre gekostet, bevor es uns möglich war, Osama Bin Laden und die Anführer zu eliminieren und sie als Wirkungskräfte zu neutralisieren." Die USA hoffen laut Kerry, den IS "viel schneller" zu besiegen, "und wir glauben, dass wir dazu fähig sind".

Kerry sprach auch über den Beschluss des Repräsentantenhauses, die Sicherheitskontrollen für syrische Flüchtlinge zu verschärfen. Es sei "unangemessen" für Amerika, die Flüchtlinge "im Stich zu lassen".

Clinton kritisiert Europa

Wenige Stunden vor Kerry hatte sich Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zum Kampf gegen den IS geäußert - und nach den Anschlägen von Paris die Zusammenarbeit bei der Terrorabwehr in Europa kritisiert. Polizei und Geheimdienste arbeiteten grenzüberschreitend nicht eng genug zusammen. "Europa ist weit hinterher", sagte Clinton.

"Sie informieren sich nicht einmal gegenseitig, wenn sie einen Terrorverdächtigen an der Grenze zurückschicken oder wenn ein Pass gestohlen wird." Das müsse sich ändern. Nach Terroranschlägen in der Vergangenheit sei deutlich geworden, dass die Täter dem einen oder dem anderen Geheimdienst bekannt gewesen seien. Es habe aber keinen Austausch gegeben. "Die Zeit, dieses Problem zu lösen, ist jetzt", sagte Clinton. "Nicht nach dem nächsten Anschlag."

Sie forderte auch die Anrainerstaaten Syriens und des Irak zu mehr Engagement auf. "Saudi-Arabien, Katar und andere müssen ihre Leute stoppen, die den Terror direkt finanzieren", sagte Clinton. Die Türkei müsse den Kampf gegen den IS stärker in den Fokus nehmen. "Manchmal hat es den Anschein, dass sich die Türken mehr mit den Kurden beschäftigen als mit dem IS."

Schon bei der TV-Debatte der Demokraten vor wenigen Tagen hatte Clinton den US-Kongress aufgefordert, weitere militärische Schritte gegen die Terrororganisation zu autorisieren. Sie sagte: "Der 'Islamische Staat' muss nicht eingedämmt - er muss besiegt werden."

aar/Reuters/dpa

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