Verstorbener US-Senator John McCain beigesetzt

Nach mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten zum Gedenken an John McCain ist der verstorbene US-Senator auf dem Friedhof der Marineakademie in Annapolis beerdigt worden - neben einem alten Freund.

Trauerzug in Annapolis
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Trauerzug in Annapolis


Acht Tage nach seinem Tod ist der langjährige US-Senator John McCain auf dem Friedhof der Marineakademie in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland beigesetzt worden. In einer privaten Trauerfeier nahmen Angehörige des Verstorbenen Abschied. Zu Ehren McCains überflog anschließend eine Formation von vier F-18-Kampfflugzeugen die Marineakademie. McCain war während des Vietnamkriegs als Marineflieger abgeschossen und von den Vietcong gefoltert worden. Er verbrachte fünf Jahre in Kriegsgefangenschaft.

McCains Grab liegt neben dem seines 2014 verstorbenen Freundes, Admiral Chuck Larson, wie US-Medien berichteten. McCain und Larson hatten 1958 gemeinsam die Marineakademie absolviert.

Der US-Senator war am 25. August in seinem Heimatstaat Arizona an den Folgen eines Hirntumors gestorben. Er wurde 81 Jahre alt. Der Republikaner gehörte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Senats.

Die Gedenkveranstaltungen für McCain hatten am vergangenen Mittwoch begonnen. Am Samstag fand dann die zentrale Trauerfeier statt: Dabei nahmen führende Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft in der Nationalen Kathedrale in Washington Abschied von McCain. Unter anderem der demokratische Ex-Präsident Barack Obama und sein republikanischer Amtsvorgänger George W. Bush würdigten McCain bei der Trauerfeier. US-Präsident Donald Trump nahm nicht an der Zeremonie für seinen schärfsten innerparteilichen Widersacher teil, sondern spielte währenddessen Golf.

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Die Zeremonie am Sonntag fiel nun deutlich kleiner aus. Doch auch in Annapolis wollten zahlreiche Personen McCain die letzte Ehre erweisen: Die Straße vor dem Friedhof war voller Menschen, als der in die US-Flagge gehüllte Sarg dort eintraf. Einige salutierten, andere hielten Schilder in die Höhe, auf denen unter anderem stand: "John, du bist alles. Trump ist nichts" oder "Senator John McCain - Danke für Ihren Dienst".

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aar/dpa

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pit.duerr 03.09.2018
1. Die ganze Heuchelei
gegenüber dieser Person, erinnert mich stark an die bundes/europaweite Heuchelei in Sachen Helmut Kohl. Dazu gebe ich mein Ehrenwort und gehe hoffentlich genau so wenig wie er in Beugehaft.
stefan.p1 03.09.2018
2. Wie rührend
Das Spon schon seit Tage diesen alten Kriegstreiber mit Lob überschüttet ist wohl als Zeichen der Verzweifelung wg.Trump zu bewerten. Zur Erinnerung: DT hat noch keinen Krieg vom Zaun gebrochen -während McCain ein glühender Befürworter des Irak-Krieg war - der international immer noch nachwirkt.
thinking_about 03.09.2018
3. So ist das
mit den Helden, sie liegen unter Ihresgleichen in Ruhe und Verehrung, die Familienangehörigen dürfen sich später irgendwoanders beerdigen lassen. Naja, Kohl wählte ja auch sein Ehrengrab. Familie bleibt dabei außenvor. Das ist der Tribut an die Ehre, dafür haben sich diese auch alle zeitlebens eingebracht, Einsam unter Ihresgleichen in Ewigkeit, oder so....
optimist2030 03.09.2018
4. Kriegstreiber bis zum Schluß
Er gehört zu seines Gleichen, in einem Jahr redet keiner mehr von dem Mann. Kein Verlust.
hjcatlaw 03.09.2018
5. Es ist
absolut faszinierend zu sehen, wie manche Foristen (nicht alleine nur zu diesem Artikel) locker und wie selbstverständlich einfach ungeprüft Dinge herunterbeten, ohne auch nur im Ansatz zu erkennen, was für einen Stuss sie verzapfen. Wann und wo genau z.B. hat McCain unschuldige Zivilisten mit Napalm getötet? Wenn man seine Einsätze in Vietnam allen Ernstes generell als persönliche Kriegsverbrechen bezeichnen will, dann hätte man jeden Bomberpiloten der deutschen Luftwaffe nach dem zweiten Weltkrieg als Kriegsverbrecher zur Rechenschaft ziehen müssen! Manchmal ist es durchaus sinnvoll, gelegentlich das Gehirn einzuschalten, bevor man geistige Ergüsse von sich gibt!
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