McCains Krebserkrankung Das laute Schweigen des Donald Trump

John McCain will nicht länger gegen Krebs behandelt werden - und bekommt viel Anteilnahme. Der US-Präsident aber will sich laut "Washington Post" nicht äußern, bevor der Senator stirbt.

John McCain
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John McCain


Die ganze Familie sei überwältigt, schreibt Cindy McCain. Rund 24 Stunden zuvor ist bekanntgeworden, dass ihr Mann, der an einem lebensgefährlichen Tumor erkrankt ist, nicht länger gegen den Krebs behandelt werden will. Aus aller Welt habe man "Liebe und Unterstützung" erfahren, schreibt Cindy McCain auf Twitter. "Dankeschön."

Aus aller Welt? Während Generäle und führende Politiker beider US-Parteien John McCain rühmen, bleibt ein Mann, der sonst so ziemlich alles kommentiert, auffallend still: Donald Trump. Bei einer Rede in Ohio am Freitagabend erwähnte der US-Präsident den schwer erkrankten McCain mit keinem Wort, wie unter anderem CNN und die Nachrichtenagentur AP feststellten.

Laut "Washington Post" sagen Mitarbeiter im Weißen Haus, Trump wolle nichts über McCain sagen, bevor dieser sterbe. "Die Feindseligkeit besteht fort, sogar wenn das Ende des Republikaners aus Arizona naht", überschreibt die Zeitung den Artikel auf ihrer Website.

McCain und den US-Präsidenten verbindet eine tiefe Abneigung. Der 81-Jährige ist in den vergangenen Jahren zu einem der schärfsten und einflussreichsten Kritiker Trumps geworden.

Während des Wahlkampfs hatte Trump den Vietnamveteranen McCain, der in Gefangenschaft gefoltert worden war, verhöhnt. Für ihn sei McCain "kein Held", sagte Trump.

Als der Präsident kürzlich ein Gesetz zum Verteidigungshaushalt 2019 unterzeichnete, das nach McCain benannt ist, erwähnte der Präsident den Namen des Gesetzes nicht ein einziges Mal - in einer knapp halbstündigen Rede vor Soldaten.

McCain ist seit 30 Jahren Senator und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines "Mavericks" erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Einen schweren Schlag versetzte er Trump im vergangenen Jahr, als er mit seiner Stimme im Senat die Abschaffung von Barack Obamas Krankenversicherungsgesetz verhinderte - und somit ein erklärtes Ziel des Präsidenten zunichte machte.

Im Mai dieses Jahres erklärte McCain, er möchte nicht, dass Trump an seiner Beerdigung teilnehme. Stattdessen wünsche er sich dessen Vize Mike Pence als Repräsentanten des Weißen Hauses bei der Trauerfeier.

hut/AP



insgesamt 59 Beiträge
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andreasm.bn 25.08.2018
1. so ist er halt der Donald....
einfältig, dumm, selbstverliebt und narzisstisch! So kennt man ihn und er ist hoffentlich auch bald Geschichte. Ich bin kein Republikaner-Freund aber John McCain hat meinen vollsten Respekt und Hochachtung!
niska 25.08.2018
2.
John McCain hat, auch wenn er politisch sehr viele andere Ansichten vertritt, meinen persönlichen Respekt. Ihm und seinen Lieben viel Kraft, Mut und auch Gelassenheit auf seinem letzten Weg. Durch sein Auftreten kann er ihn in voller Würde gehen. Das ist für seinen Präsidenten leider eines der vielen Fremdwörter. Trumps Nichtreaktion ein ungeheuerlicher Affront für alle Christen und Humanisten.
möllers 25.08.2018
3. Hmm
Selbst wenn Trump sich wohlwollend über McCain äußern würde ,wäre es gelogen .Also ist es besser er vermeidet das Thema bei seinen Twittertiraden .. auch ich bin kein Freund der Republkaner ,aber McCain ist ein Politiker mit Ecken und Kanten ...anders als die meisten und er verdient Respekt ..anders als " Bonespurs " Trump
nach-mir-die-springflut 25.08.2018
4. Als Kiew brannte
McCain ist für den Krieg in der Ost-Ukraine maßgeblich verantwortlich. 2017 war er mit seinem Kumpel Lindsey Graham dort und kündigte "das Jahr 2017 als das Jahr des Krieges an" (das Video dazu ist auf YouTube zu sehen), danach begann eine Offensive der Kiewer Truppen gegen den Donbass, Russland stand kurz vor dem Einmarsch. McCain steht für gewaltsame Umstürze und Krieg. Als Kiew brannte 2014, schaute er von den obersten Stockwerken zu, was sich auf dem Boden von ihm initiiert ereignete (auch auf YouTube zu sehen). Immer will er die Amerikaner in Krieg verwickeln. Kriegsmüde, wie sie sind, wählten sie Trump.
mystyhax 25.08.2018
5. Donald Trump
Was soll er auch sagen. Als Narzisst hat er weder die Empathie noch ein Gewissen. Das beste ist er liest was vom Zettel ab da muss man kein Mitgefühl haben. Hat er in Florida bei den Schülern schon mal gemacht. Trump Great Again.
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